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«Demokratisch – nicht offen»

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19.06.2019

Jacques Rupnik, Historiker und profunder Osteuropa-Kenner, publizierte in der aktuellen Ausgabe von Lettre International einen Essay mit dem Titel «Wohin treibt Europa?» Wer wissen will, was in Osteuropa los ist, wird den Artikel ohnehin lesen müssen. Er enthält aber vor allem viel Erhellendes über Viktor Orbán, die neue Leader-Gestalt in den ehemaligen Ostblock-Staaten, die sich 1989 aus dem Warschauer Pakt lösten und den Weg in die EU suchten.

Speziell aufgefallen ist ein Votum von Viktor Orbán, das dieser 2017 gemacht haben soll: «Ein neues Zeitalter klopft an die Tür. Ein neues Zeitalter des politischen Denkens, denn die Menschen wollen demokratische Gesellschaften und nicht offene Gesellschaften.» Man stutzt und wundert sich. Denn die Ur-Intention des Philosophen Karl R. Popper, der mitten im Krieg seinen Monster-Essay «The Open Society and Its Enemies» geschrieben und 1945 publiziert hatte, war gerade die Identifikation einer offenen als einer demokratischen Gesellschaft. Dann erinnert man sich an die näheren Umstände. George Soros, schwerreicher US-Mäzen........

© Aargauer Zeitung