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Glasfaserkabel als Mikrofon: Neue Wanze im Internetanschluss entdeckt

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09.04.2026

Glasfaserkabel als Mikrofon: Neue Wanze im Internetanschluss entdeckt

Forscher zeigen, Glasfaserkabel können als Mikrofone missbraucht werden. Die Methode entzieht sich weitgehend jeder Entdeckung.

Glasfaser im Abhörmodus

Vom Datenkabel zum Spion dank Verstärker-Trick

Lauschangriff auf Gespräche und Geräusche

Sicherheitsrisiken durch Side-Channel-Angriffe

Glasfaser als Abhörquelle: Grenzen der Methode

Technische Gegenmaßnahmen

Glasfaserkabel als Mikrofon: Wie real ist die Gefahr?

Glasfaserkabel lassen sich offenbar als Mikrofon missbrauchen. Der Ansatz zeigt, wie sich ein Glasfaserkabel als Mikrofon unter bestimmten Bedingungen praktisch einsetzen lässt. Die Abhörtechnik arbeitet unsichtbar, lautlos und ist extrem schwer zu entdecken. Eine aktuelle Studie, vorgestellt auf dem NDSS-Symposium 2026, verdeutlicht, wie Angreifer Internetleitungen mit überraschend hoher Trefferquote in heimliche Lauscher verwandeln.

Die zugrunde liegende Forschung trägt den Titel „Hiding an Ear in Plain Sight: On the Practicality and Implications of Acoustic Eavesdropping with Telecom Fiber-Optic Cables“ und wurde auf dem renommierten NDSS Symposium 2026 präsentiert. Das NDSS (Network and Distributed System Security Symposium) zählt zu den weltweit wichtigsten Konferenzen im Bereich IT-Sicherheit und versammelt jedes Jahr führende Experten aus Forschung und Industrie.

Bei der Studie handelt es sich nicht um ein isoliertes Universitätsprojekt, sondern um peer-reviewte Forschung. Die Autoren bewerten den Angriff als realistisch unter bestimmten Bedingungen und technisch anspruchsvoll, aber keineswegs unrealistisch. Gleichzeitig betonen sie, dass es sich nicht um einen breit einsetzbaren Massenangriff handelt, sondern eher um ein gezieltes Spionagewerkzeug.

Im Kern zeigt die Studie, dass Glasfaserkabel weitaus empfindlicher auf akustische Schwingungen reagieren als bisher angenommen. Selbst minimale Vibrationen, etwa durch Gespräche in der Nähe, beeinflussen das Lichtsignal im Kabel messbar, indem sie minimale Änderungen der optischen Laufzeit und damit Phasenverschiebungen verursachen. Mit spezieller Messtechnik lassen sich diese Veränderungen erfassen und anschließend mithilfe von Signalverarbeitung und maschinellen Lernverfahren in akustische Muster zurückführen.

Glasfaser im Abhörmodus

Glasfaserverbindungen genießen den Ruf, besonders sicher zu sein. Anders als Kupferkabel senden sie keine elektromagnetischen Signale aus und sind damit klassischer Abhörtechnik weitgehend entzogen. Allerdings könnte sich diese vermeintliche Stärke nun als Schwachstelle erweisen.

Optische Leitungen reagieren empfindlich auf mechanische Einflüsse. Treffen Schallwellen, etwa durch gesprochene Sprache, auf die Glasfaser, kommt es zu minimalen Verformungen der Faser. Diese Veränderungen wirken sich auf das Licht im Inneren aus und führen zu messbaren Phasenverschiebungen. Die entstehenden Signale lassen sich auswerten und teilweise wieder in akustische Informationen zurückführen. Auf diese Weise wird die Glasfaser selbst zum Sensor und kann als versteckte Abhörquelle dienen. In diesem Kontext fungiert das Glasfaserkabel als Mikrofon, ohne dass zusätzliche Hardware am Zielort erforderlich ist.

Vom Datenkabel zum Spion dank Verstärker-Trick

Die Forscher zeigen, dass sich mithilfe von sogenanntem Distributed Acoustic Sensing das Lichtsignal in Glasfasern gezielt auswerten lässt. Distributed Acoustic Sensing basiert dabei auf der Auswertung von Rayleigh-Rückstreuung entlang der Faser. Dabei dient die Faser selbst als Sensor, der kleinste Veränderungen entlang der Leitung registriert. In Kombination mit geeigneter Signalverarbeitung können Angreifer so........

© Tarnkappe