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Wenn Hunger zur Waffe wird

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24.02.2026

1. Was bedeutet Hunger als Kriegswaffe konkret? 

Wo Krieg herrscht, droht immer auch Hunger: Wenn Luftangriffe geflogen werden, können Felder nicht mehr bestellt und Lieferungen mit Hilfsgütern nicht sicher verteilt werden. Wenn Wohnhäuser und kritische Infrastruktur, wie etwa Stromkraftwerke, bombardiert werden, bricht die Versorgungskette sowie die öffentliche Ordnung zusammen. Plünderungen drohen. 

Explizit zur Kriegswaffe wird Hunger aber dann, wenn er mit Absicht verstärkt wird, um damit Zivilistinnen und Zivilisten und den verfeindeten Soldaten oder Kämpferinnen zu schaden. Laut Berichten steht der Vorwurf beispielsweise gegen die russische Armee für die dreimonatige Belagerung von Mariupol Anfang 2022 im Raum. Sie hatte die Stadt bei ihrem Angriff auf die Ukraine eingekesselt, Hilfsgüter am Durchkommen gehindert und Lebensmittelverteilungsstellen sowie Evakuierungsrouten und Wasserstellen bombardiert. Menschenrechtsorganisationen werfen auch Israel vor, während des Kriegs gegen die Hamas die Hungersnot im Gazastreifen gezielt ausgelöst zu haben. Auch der Sudan ist derzeit von einer massiven humanitären Krise betroffen. Anderthalb Jahre belagerte die RSF-Miliz die sudanesische Stadt Al-Faschir und nahm sie mittlerweile ein. Die Miliz hatte verhindert, dass Lebensmittel und Hilfsgüter die hungernden Menschen erreichen.

In seinem im September 2025 veröffentlichten Halbjahresbericht listet das Gemeinsame Forschungszentrum (JRC), der wissenschaftliche Dienst der........

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