Wie Pistorius die Truppe auf einen Angriff Russlands vorbereitet
Viel Zeit hat Boris Pistorius (SPD) am Mittwochmorgen nicht. Erst muss der Verteidigungsminister in den Bundestag, Vorsprechen im Verteidigungsausschuss. Dann zurück ins Ministerium, kurze Pressekonferenz, nur um dann um 10 Uhr rechtzeitig zur Kabinettssitzung im Kanzleramt zu sein. Erklären muss Pistorius nicht weniger als seinen Plan für die Zukunft der Bundeswehr.
Das Ministerium hat zwei Dokumente ausgearbeitet. Zum einen eine Militärstrategie – ein übergeordneter Plan, der darlegt, wie ein Land sich auf einen möglichen Krieg vorbereitet und im Falle eines Angriffs handelt. In anderen Staaten ist so ein Dokument üblich, in Deutschland wurde es zum ersten Mal erarbeitet. Es ist die papiergewordene Zeitenwende. Die Pläne sind geheim. Pistorius kann auch den Abgeordneten nur Teile daraus präsentieren. „Sonst könnten wir Wladimir Putin auch in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen“, sagte er.
Klar aber ist, worum es in diesem Planspiel zuvorderst geht: einen möglichen Angriff Russlands auf Bündnisgebiet und die deutsche Verteidigung – mit und ohne die Amerikaner. Durchgeplant werden beispielsweise Szenarien, in denen Deutschland bei einem Angriff auf Osteuropa zur „logistischen Drehscheibe“........
