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Kanzler in Norwegen: frostige Worte aus dem kalten Norden

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13.03.2026

Zweieinhalbtausend Kilometer von Berlin entfernt ist Deutschland so, wie es der Bundeskanzler gerne hätte. In Norwegen steht er an der Raketenabschussrampe auf der Insel Andøya nördlich des Polarkreises. Nächsten Donnerstag will auf der Landzunge das Münchner Unternehmen Isar Aerospace eine 30 Meter lange Rakete in den Kosmos schießen. Zukunftstechnologie aus Deutschland.

Friedrich Merz trägt Bergschuhe und eine dicke Winterjacke. Die Wellen des Atlantiks branden friedlich an, auf den hohen Bergen glänzen die Schneereste in der Morgensonne. „Das ist eine der großen Chancen, die wir in Europa haben“, sagt Merz. Neben ihm steht der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre. Im Weltall sind die Europäer ähnlich abhängig von den USA wie bei der Sicherheit. Der exzentrische Unternehmer Elon Musk bringt europäische Satelliten ins All. Auf seine Space-X-Raketen sind die Deutschen und Europäer angewiesen. Es sei denn, die Münchner erobern mit ihrer Spectrum-Rakete bald den Orbit. „Wir haben uns viel zu lange auf andere Trägersysteme verlassen, auf andere Nationen verlassen“, mahnt Merz.

Gute Freunde wie die Norweger werden zur Lebensversicherung

Seit die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump wie ein Raubtier durch die Weltpolitik ziehen, können sich die Verbündeten nicht mehr auf sie verlassen. Schlimmer noch: Die Folgen des schlecht durchdachten Schlags gegen den Iran ziehen die Europäer mit nach unten: Die Ölpreise steigen, der Wirtschaftsaufschwung könnte ausbleiben. Gute Freunde wie die Norweger werden zur Lebensversicherung.

Fünf Autostunden von der Raketenstation liegt die Bundeswehr mit den Norwegern und anderen Nato-Armeen im Manöver. Die Übung ist auf den Titel „Cold Response“ getauft. Eine kalte Antwort auf Russland, das hier so nah ist und die europäische Friedensordnung in Brand geschossen hat. „Wir sind im Rahmen der Nato im hohen Norden wach und präsent“, betont der Bundeskanzler.

Die deutsche Schreibstubentruppe zeigt hier, dass sie durchaus eine Armee sein kann. Über 1500 Soldaten trainieren den Winterkampf mit schwerem Gerät. Die Luftwaffe stellt das Hauptkontingent für den Lufttransport mit Hubschraubern und den schweren A400M-Maschinen. Die Europäer hatten im Ringen um Grönland dem US-Präsidenten versprochen, mehr für den Schutz der Arktis zu tun. Hier beweist Deutschland, dass es seinen Beitrag leisten will. Auf einem vereisten Feldflugplatz in den Bergen bekommt der Kanzler Panzer vorgeführt, Soldaten auf Schneemobilen knattern vorbei. Die Gebirgsjäger rücken vor.

Zu Hause, drei Flugstunden südlich, hat es Merz mit einem anderen Deutschland zu tun. Es wirkt nicht zukunftsträchtig, sondern abgehängt, träge statt robust. Ein Jahr nach der Bundestagswahl steht die Koalition im Sturm. Die Autofahrer stöhnen über hohe Preise an den Tankstellen, die........

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