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Tories wegen Nominierung von Ex-Neonazi in der Kritik

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06.08.2026

06. August 2026 – 23. Aw 5786

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Tories wegen Nominierung von Ex-Neonazi in der Kritik

Die Chefin der Konservativen Partei hält ihn für resozialisiert, doch die jüdische Labour-Politikerin Luciana Berger ist skeptisch, was eine Kandidatur des früheren Rechtsextremisten Joshua Bonehill-Paine bei der Kommunalwahl 2027 anging

Die Pläne der britischen Konservativen, den ehemaligen Rechtsextremisten und Antisemiten Joshua Bonehill-Paine als Kandidaten für die Kommunalwahl 2027 in England aufzustellen, sind nach scharfen Protesten aus der jüdischen Gemeinschaft zurückgenommen worden. Am Mittwoch hatten das Board of Deputies of British Jews und der Jewish Leadership Council (JLC) eine Einladung der Partei zum Gespräch mit Bonehill-Paine zurückgewiesen und seinen Rückzug gefordert; am Abend verzichtete dieser schließlich darauf, in der Grafschaft anzutreten.

Bis vor zehn Jahren war der heute 33-Jährige eine schillernde Figur in der Neonazi-Szene des Landes. Nachdem Bonehill-Paine mehrjährige Gefängnisstrafen wegen Aufstachelung zum Hass gegen Juden und antisemitischer Belästigung einer Labour-Abgeordneten abgesessen hatte, schwor er dem Extremismus ab und hält seitdem im Auftrag des Innenministeriums Vorträge zur Extremismusprävention. Für seine antisemitischen Äußerungen in der Vergangenheit entschuldigte er sich im Februar diesen Jahres.

Einem größeren Publikum in Großbritannien bekannt ist Bonehill-Paine mittlerweile durch seine KI-gestützten Satirevideos, die sich mit politischen Themen befassen. Mit der 2025 geschaffenen Seite »Crewkerne Gazette« und seinem gleichnamigen YouTube-Kanal erzielt er eine hohe Reichweite.

Haftstrafe wegen Hetze gegen Juden

Kandidat für die »Tories« in seiner Heimat im Südwesten Englands wollte Bonehill-Paine bereits 2011 werden. Er bekam jedoch innerparteilich keine Mehrheit. Aus Wut brach er daraufhin in eine örtliche Polizeistation ein, zog sich eine Uniform an und ging auf zwei Beamte los. Eine Bewährungsstrafe war die Folge. In den darauffolgenden Jahren radikalisierte er sich immer mehr, verbreitete gezielt Falschmeldungen in den........

© Juedische Allgemeine