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Selbstständigkeit und Gender Pay Gap

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03.07.2026

„Besonders lukrativ ist es in der Regel nicht“, sagt Hanno Sauer, Philosophieprofessor in Utrecht, bei der re:publica 2026 im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema Klasse. Mit „es“ meint er Bücher schreiben, und wie die meisten Autorinnen konnte ich der Aussage aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Auch der Folgesatz „als finanzielle Entscheidung ist es jetzt nicht das Klügste“ ließ mich als freie Autorin, wie vermutlich andere soloselbstständige Frauen, müde nicken. Daraufhin schlug Mareice Kaiser vor, „Vorschüsse zu vergleichen“.

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Vorschüsse und Honorare

An der Stelle ein kleiner Einblick ins Bücherschreiben für alle Leser:innen, die nicht selbst müde Autorinnen sind. Vorschüsse sind Beträge, die Verlage an Autor:innen ausbezahlen, meist in zwei Hälften geteilt: einen Teil im Vorfeld, damit Autor:innen an Büchern arbeiten können, und den zweiten Teil bei Abgabe des Manuskripts. Ein Vorschuss ist auch kein Honorar im klassischen Sinne, denn der Betrag wird, sobald das Buch erschienen ist, mit den Buchverkäufen gegengerechnet. Von den Buchverkäufen erhalten Autor:innen, je nach Vertrag, als Honorar in der Regel 7-10 Prozent des Verkaufspreises.

Kostet ein Buch 20 Euro und erhält die Autorin 10 Prozent, bekommt sie also 2 Euro von diesem Verkauf. Hat eine Autorin 4000 Euro Vorschuss erhalten – das ist die übliche Vorschusssumme, die Autor:innen in Österreich für Sachbücher angeboten wird –, müssen sich also 2000 Stück dieses Buches verkaufen, damit die 4000 Euro wieder reingespielt und die Autorin ein Verkaufshonorar erhält. Autor:innen müssen den Vorschuss also indirekt „zurückzahlen“, indem er über die Buchverkäufe einbehalten wird. Nur der Betrag, der darüber hinausgeht, wird als Verkaufshonorar ausbezahlt. Viele Autor:innen erhalten deshalb auch nie einen Cent Honorar, denn mehr als 2000 Stück verkaufen sich von den allerwenigsten Büchern. Schon gar nicht in einem kleinen Markt wie Österreich.

In Deutschland ist das etwas anders, dort ist der Markt etwa zehnmal so groß, weswegen........

© Wiener Zeitung