Neustart der FDP: Kubicki, Höne und ihre Generäle
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Neustart der FDP: Kubicki, Höne und ihre Generäle
08. Mai 2026 | Ansgar Graw
Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl und in den Ländern arg unter die Räder gekommen. Jetzt wählen sie eine neue Führung. Hilft Prominenz? Oder ein neues Gesicht?
VON ANSGAR GRAW, Tegernsee
Ob Deutschland die FDP braucht, steht im Moment als Frage zurück hinter der Personalentscheidung der Partei: Wen braucht die FDP?
Die aus dem Bundestag gestürzte, bei Landtagswahlen gescheiterte, in etlichen Umfragen gar nicht mehr gesondert ausgewiesene FDP kämpft um ihr politisches Überleben – und ein Machtkampf um den Parteivorsitz entscheidet womöglich über die Zukunft der Liberalen. Auf dem Bundesparteitag Ende Mai im Berliner Estrel-Hotel wählen die rund 660 Delegierten eine neue Führung.
Im Rennen um den Vorsitz gibt es nach dem Rückzug des Kurzzeit-Chefs Christian Dürr faktisch nur noch zwei ernsthafte Bewerber: Wolfgang Kubicki und Henning Höne. Weitere Kandidaturen sind derzeit nicht absehbar. Die zwischenzeitlich diskutierte Doppelspitze um Marie-Agnes Strack-Zimmermann kam nie zustande; die Europaabgeordnete unterstützt inzwischen Höne.
Wolfgang Kubicki: Haudegen mit klarer Sprache
Wolfgang Kubicki setzt auf Erfahrung, Bekanntheit – und seine Fähigkeit zur politischen Zuspitzung. Der 74-Jährige gehört seit Jahrzehnten zu den prominentesten Figuren der Liberalen. Als langjähriger Parteivize und ehemaliger Bundestagsvizepräsident ist er bundesweit deutlich bekannter als sein Konkurrent aus Nordrhein-Westfalen.
Kubicki präsentiert sich als Rettungsanker einer Partei, die nach dem Ampel-Aus und dem Bundestagsdebakel orientierungslos wirkt. Sein Versprechen: die FDP schnell wieder über die Fünf-Prozent-Hürde zu führen – und mittelfristig sogar zurück in den zweistelligen Bereich. Den Begriff „Kubicki-Effekt“ verwendet er inzwischen selbst offensiv. „Der Kubicki-Effekt beginnt bei sechs Prozent“, sagte er jüngst mit Blick auf die........
