menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Deutschland und die „stärkste konventionelle Armee Europas“: Was denken die Franzosen?

18 0
20.05.2026

Wer einmal die Skelette in Verdun gesehen hat, das Beinhaus von Douaumont, weiß zwar nicht, wie es in den ukrainisch-russischen Todeszonen zugeht, er versteht aber sofort, was für ein tiefes Unbehagen dieser Ort auslöst. Weit über ein Jahrhundert hinaus. Verdun ist der Symbolort für das sinnlose Töten im Ersten Weltkrieg. Für eine Zeit, als Deutsche und Franzosen Todfeinde waren, für den zermürbenden Stellungskrieg. Verdun steht für etwas, was nach Jahrzehnten der deutsch-französischen Freundschaft überwunden ist und bleiben soll. Und doch, noch immer, Beklemmung auslöst.

Die an Verdun erinnernden Schlachten, die Russland der Ukraine heute aufzwingt und der drohende Nato-Austritt der USA, führen dazu, dass Europa aufrüstet. Massiv. Und obwohl es ein gemeinsames Verteidigungsziel gibt, nämlich das freiheitliche Europa, schärfen sich gerade jetzt deshalb alte Konfliktlinien: Vor wenigen Wochen hat Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Deutschlands erste Militärstrategie vorgestellt. Das erklärte Ziel ist, die Bundeswehr „zur konventionell stärksten Armee Europas“ zu entwickeln. Solche Töne hat man sehr lange Zeit in Deutschland nicht gehört. In Frankreich auch nicht.

Emmanuel Macron zur deutschen Aufrüstung: Das ist eine gute Sache. Aber...

Zwar wurde von Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker gefordert, mehr Verantwortung für Europa zu übernehmen. Dennoch gibt es diese viel beachtete Szene mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem Interview des Senders arte. Auf die Frage, was er davon halte, dass Deutschland die stärkste Armee Europas wolle, antwortet er: „Das ist eine gute........

© Südkurier