Zwischen Borkenkäfer und Naturschutz: So steht es um den Stockacher Wald
Mit 630 Hektar gehört der Stockacher Forst zu den größeren kommunalen Waldbesitzern der Region. Der Wald erstreckt sich von Raithaslach bis fast nach Steißlingen und grenzt nahe Seelfingen an den Bodenseekreis. Zwischendurch wird er immer wieder von kleineren Privatwaldflächen oder Flächen anderer Waldbesitzer unterbrochen.
Etwa drei Prozent dieser Fläche, umgerechnet rund 20 Hektar, sind sogenannte Stilllegungsflächen. Eine davon liegt im Forstabschnitt zwischen Stockach und Espasingen und basiert auf dem Alt- und Totholzkonzept - einem Naturschutzkonzept, bei dem es vor allem darum geht, alt und totholzgebundene Arten zu unterstützen. Rainer Wendt, Kreisforstamtsleiter im Landratsamt Konstanz, erklärt: „In diesen Flächen machen wir kein Holz mehr, legen sie also still. Vorzugsweise sind es ältere Buchenbestände, denn dort leben die Arten, für die wir eine besondere Verantwortung haben. Also auf alte Buchenwälder angewiesene Fledermäuse, Pilzarten, Spechte und Insekten.“
Totholz wird zur Heimat für Tiere
Gerade wenn die Bäume schon alt und nicht mehr so vital sind, entstehen Strukturen, in denen viele Arten ihren Lebensraum haben. Dann fängt der Specht an, Höhlen zu zimmern. Wenn der Specht sie wieder aufgibt, fault das Holz weiter aus und neue Arten ziehen ein. Zum Beispiel Fledermäuse, die dort in sogenannten Wochenstuben ihre Jungen großziehen. Auch unter abgeplatzter Rinde finden sie Schutz. Faules Holz wiederum ist eine ideale Nahrungsquelle für Insekten, vor allem für ihre Larven. Wichtig bei der Planung solcher Stilllegungsflächen mit Alt und Totholz ist auch der Standort. Sie........
