Damit das Erbstück wieder eine Zukunft hat: Nachbarschaftshilfe eröffnet Reparaturcafé
Zahlreiche Menschen kennen diesen einen Gegenstand, der eigentlich unbrauchbar geworden ist, aber noch viel zu schade zum Wegwerfen - oder zu bedeutungsvoll, weil daran unzählige Erinnerungen hängen. Genau solche Schätze sollen beim neuen Reparaturcafé „Tüftlerstube“ der Nachbarschaftshilfe von Haus zu Haus ein neues Leben erhalten.
Dabei wird bereits bei der Anmeldung vor der Horner Pfarrscheune deutlich, wie groß die Not und wie vielfältig die Hoffnung an diesem Morgen ist. Vor einem Stehtisch erscheinen immer wieder neue Menschen – jeder mit einem anderen Sorgenkind im Arm. Ein Mann bringt einen verstopften Aktenvernichter mit, eine Frau eine alte Nähmaschine, bei der die Glühbirne lose und kraftlos aus der Verschraubung hängt. Jemand anderes hofft auf Rettung für einen Diaprojektor, dessen Transporter streikt und die Familienerinnerungen im Dunkeln lässt. Sogar Kleidungsstücke liegen bereit, um unter der Nähnadel neues Leben eingehaucht zu bekommen.
Beitrag zur Nachhaltigkeit
Auch Gudrun Otto-Effe schaut an diesem Morgen in der Tüftlerstube vorbei. In ihrem Arm trägt sie einen klassischen Ziehharmonika-Nähkasten aus hellem Holz. Es ist ein Erbstück ihrer Mutter. Wer genau hinsieht, erkennt das Problem sofort: Einer der Deckel hängt völlig schief in den Angeln. Das filigrane Scharnier hat nach Jahrzehnten treuer Dienste kapituliert. Wenn Otto-Effe das Kästchen bewegt, fällt der Deckel immer wieder ab. Sie schildert das Problem dem ehrenamtlichen Helfer, Wiegand Müller. Nach der Aufnahme des Schadenberichts händigt dieser ihr einen Laufzettel aus.
Dabei ist es nicht........
