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Damit Zug Zug bleibt: Vereine stärken

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Damit Zug Zug bleibt: Vereine stärken

Von Alex Odermatt, SVP, Gemeinderat Stadt Zug

SVP-Gemeinderat Alex Odermatt über die Schwierigkeiten der Stadtzuger Vereine.

Vereine wie die Harmonie Musik der Stadt Zug brauchen Freiwillige.

Die Vereine sind der Pulsschlag unserer Stadt. Ohne Turnverein, Musikgesellschaft, Schützen, Quartier- und Sportclubs wäre Zug nicht Zug, sondern bloss eine schöne Kulisse mit Bergen, See, Büros und Wohnungen. Doch immer öfter hört man von Vereinsverantwortlichen: «Uns fehlen die Leute.» Vorstände finden keine Nachfolger, Nachwuchs bleibt aus, Anlässe können nur noch mit Mühe durchgeführt werden. Woran liegt das und was heisst das für die Politik?

Aus Sicht der SVP Stadt Zug ist klar: Es sind nicht «die Leute», die sich falsch verhalten, sondern die Rahmenbedingungen, die wir ihnen setzen. Über Jahre wurde Zug zu sehr als Steuer- und Wirtschaftsstandort wahrgenommen. Die Folgen spüren wir heute im Vereinsleben.

Erstens treiben die hohen Mieten jene Menschen aus der Stadt, die das Rückgrat der Vereine bilden: bodenständige Familien, Handwerker, Leute mit normalem Einkommen. So verschwinden Trainerinnen, Tambouren, OK-Mitglieder und ehrenamtlich engagierte Helfer.

Zweitens hat die sehr starke Zuwanderung die soziale Struktur tiefgreifend verändert. Viele Neuzuzüger bleiben nur wenige Jahre und leben in einer internationalen Blase. Sie profitieren von einem attraktiven Umfeld, beteiligen sich aber selten am lokalen Vereinsleben. Integration passiert nicht in der Theorie, sondern im Feuerwehrverein, auf dem Fussballplatz oder im Jodlerklub. Wer die Zuwanderung immer weiter erhöht, ohne Integration über Vereine gezielt zu fördern, muss sich über fehlendes Engagement nicht wundern.

Alex Odermatt ist SVP-Gemeinderat in der Stadt Zug.

Drittens wächst der hausgemachte, bürokratische Druck. Wer heute ein kleines Fest organisiert, hat es mit Auflagen, Formularen und Gebühren zu tun. Ehrenamtliche Funktionäre müssen plötzlich zu Halbprofis bei Nachhaltigkeit, Recht, Finanzen und Verwaltung werden. Viele sagen sich deshalb: «Das tue ich mir nicht an.» Hier braucht es einen klaren Kurswechsel seitens der Verwaltung: weniger Hürden, schnellere Verfahren, tiefere Gebühren und mehr Vertrauen in die Vereine.

Wer das Vereinssterben beklagt, aber gleichzeitig jede Verdichtung von Bürokratie, steigende Abgaben und grenzenlose Zuwanderung unterstützt, handelt widersprüchlich. Es braucht mehr Freiheit statt Regulierung, mehr Heimat statt rotierendes Publikum, mehr Unterstützung für jene, die sich im Verein für andere einsetzen. Ich danke Ihnen für die Unterstützung.

In der Kolumne «Standpunkt» äussern sich Mitglieder des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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