Prikraf: Der Fonds, den Babler abschaffen will
Andreas Babler fordert die Abschaffung des Prikraf-Fonds, der jährlich rund 165 Millionen Euro an Privatkliniken ausschüttet.
Der Fonds finanziert Pflichtleistungen für sozialversicherte Patient:innen in Privatspitälern, kosmetische Eingriffe werden nicht bezahlt.
Eine Abschaffung würde Kosten nur verlagern, nicht einsparen; Reformen wie klare Aufnahmekriterien werden empfohlen.
Prikraf-Fonds: seit 2002, finanziert Privatspitäler mit zuletzt rund 165 Mio. Euro/Jahr
Rund 130.000 Patient:innen/Jahr, ca. 5 % aller stationären Aufenthalte
45 gelistete Häuser, etwa 30 rechnen tatsächlich ab
2018 wurde Dotierung um 14,7 Mio. Euro erhöht, ohne klare Begründung
Andreas Babler fordert die Abschaffung des Prikraf-Fonds, der jährlich rund 165 Millionen Euro an Privatkliniken ausschüttet.
Der Fonds finanziert Pflichtleistungen für sozialversicherte Patient:innen in Privatspitälern, kosmetische Eingriffe werden nicht bezahlt.
Eine Abschaffung würde Kosten nur verlagern, nicht einsparen; Reformen wie klare Aufnahmekriterien werden empfohlen.
Prikraf-Fonds: seit 2002, finanziert Privatspitäler mit zuletzt rund 165 Mio. Euro/Jahr
Rund 130.000 Patient:innen/Jahr, ca. 5 % aller stationären Aufenthalte
45 gelistete Häuser, etwa 30 rechnen tatsächlich ab
2018 wurde Dotierung um 14,7 Mio. Euro erhöht, ohne klare Begründung
Wenn ein Vizekanzler im ORF-Sommergespräch ein Wort in die Debatte wirft, von dem die meisten Zuseher:innen vermutlich noch nie gehört haben, ist das ein Fall für . . . naja, mich.
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Andreas Babler hat am Montag angekündigt, den „Prikraf“ abschaffen zu wollen – „das ist der Vorschlag, mit dem ich in den Herbst gehe“. 200 Millionen Euro würden da jährlich „reingepulvert“ – schöne Formulierung übrigens – ohne Versorgungskontrolle, unter anderem für „Schönheits-OPs der Superreichen“; das Geld wolle er künftig lieber im öffentlichen Gesundheitssystem sehen.
Nachdem ich mich in meinem Berufsleben dann doch schon einige Male mehr mit diesem Prikraf auseinandergesetzt habe (ja, das erste Mal habe ich auch „Gesundheit!“ gesagt): Schauen wir uns an, was dieser Fonds mit dem sperrigen Namen eigentlich ist, woher er kommt – und ob die Rechnung aufgeht, dass sich die Republik mit seiner Abschaffung 200 Millionen Euro für das öffentliche System holt.
Spoiler: Nicht wirklich. Aber der Reihe nach.
Was der Prikraf eigentlich macht
Der Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds, kurz Prikraf, ist ein Fonds mit eigener Rechtspersönlichkeit und einer Handvoll Beschäftigter in Wien, und er erledigt seit 2002 im Kern eine einzige Aufgabe: Er zahlt privaten Spitälern – dem Rudolfinerhaus etwa, der Wiener Privatklinik oder der Privatklinik Graz-Ragnitz – jenen Anteil, den die gesetzliche Krankenversicherung für die Behandlung ihrer Versicherten schuldet.
Denn auch wer sich in einer Privatklinik operieren lässt, hat davor Krankenversicherungsbeiträge gezahlt; und wenn die Behandlung eine ist, für die die Kasse leistungspflichtig ist – eine neue Hüfte, ein Grauer Star, eine Geburt –, steht den Patient:innen dieser „Kassenanteil“ auch dort zu, nicht unähnlich dem Kassenarzt-Anteil im niedergelassenen Bereich, den auch Wahlärzt:innen kassieren. Genau den rechnet der Prikraf ab, und zwar nach denselben Regeln wie in den öffentlichen Spitälern, dem sogenannten LKF-Punktesystem (LKF steht für Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung). Ausschließlich für Pflichtleistungen der Krankenversicherung übrigens: Rein kosmetische Eingriffe ohne medizinische Indikation, vulgo „Schönheitsoperationen der Superreichen“, sind keine Kassenleistung und können deshalb auch nicht über den........
