Hollywood kassiert sinnloses 9 Millionen Dollar Urteil gegen IPTV-Anbieter Shrugs und Zing
Hollywood kassiert sinnloses 9 Millionen Dollar Urteil gegen IPTV-Anbieter Shrugs und Zing
Den Betreiber der illegalen IPTV-Dienste Shrugs, Zing etc. soll 9 Millionen US-Dollar bezahlen. Doch das Geld wird wohl niemals fließen.
IPTV-Geschäft unter wechselnden Namen
150.000 Dollar pro Werk – das ist unrealistisch viel
Domains und Hosting von Shrugs & Zing sollen übernommen werden
Ein Urteil ohne Verteidigung oder Überprüfung
Hollywood setzt auf neue Rechtsgrundlage & auf Abschreckung
Neun Millionen Dollar sind nur die Schlagzeile
Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE), die größte Anti-Piracy-Koalition, gab kürzlich im Rahmen ihrer Pressemitteilung bekannt, dass das US-Bezirksgericht für den mittleren Bezirk von Pennsylvania ein Versäumnisurteil in Höhe von 9 Millionen US-Dollar gegen Brandon Weibley, einen langjährigen Betreiber illegaler Internetpiraterie, erlassen hat. Weibley betrieb mehrere illegale IPTV-Dienste, darunter Beast Mode Live, GreenWing Media, Viking Media, BTV, Wik, Shrugs und Zing.
Die großen Hollywood-Studios feiern den nächsten juristischen Erfolg im Kampf gegen die grassierende IPTV-Piraterie. Doch eigentlich gibt es gar nicht so viel zu feiern. Der Beklagte erschien trotz persönlicher Zustellung der Klageschrift nicht vor Gericht. Dadurch konnten die Kläger ein sogenanntes Versäumnisurteil (Default Judgment) erwirken. Das Verfahren kommt regelmäßig in den USA zum Einsatz, wenn sich Angeklagte einer gerichtlichen Auseinandersetzung durch Abwesenheit entziehen. Über das Urteil berichtete der P2P-Blog Torrentfreak.
IPTV-Geschäft unter wechselnden Namen
Nach Angaben der Filmstudios soll Weibley bereits seit 2017 verschiedene IPTV-Angebote betrieben haben. Unter Marken wie „Beast Mode Live“, „BTV“, „Viking Media“ und „GreenWing Media“ wurden tausende urheberrechtlich geschützte Inhalte angeboten.
Nachdem die Rechteinhaber im Jahr 2023 Druck ausübten, soll der Betreiber seine Aktivitäten auf die Domain vonwik.com verlagert und die Dienste unter den neuen Namen Shrugs und Zing fortgeführt haben. Genau dieser Umstand spielte später bei der Bewertung der angeblich vorsätzlichen Urheberrechtsverletzungen eine zentrale Rolle.
150.000 Dollar pro Werk – das ist unrealistisch viel
Die Summe von neun Millionen Dollar ergibt sich nicht aus tatsächlich nachgewiesenen Schäden. Das Gericht legte vielmehr 60 exemplarisch ausgewählte urheberrechtlich geschützte Werke zugrunde und setzte für jedes den maximal möglichen gesetzlichen Schadensersatz von 150.000 US-Dollar an.
Diese Praxis ist typisch für das US-Copyright-Recht, wirft jedoch regelmäßig Fragen nach der Verhältnismäßigkeit auf. Während Hollywood den Schutz geistigen Eigentums betont, kritisieren Bürgerrechtler seit Jahren, dass die sogenannten „statutory damages“ häufig in keinem realistischen Verhältnis zu den tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden........
