Sparpläne bei der Psychotherapie: Wenn Therapie zum Luxus wird
Sparpläne bei der Psychotherapie Wenn Therapie zum Luxus wird
Psychotherapeuten demonstrieren Ende März in Berlin gegen die Honorarkürzung.
Analyse · Noch nie sind so viele Menschen wegen psychischer Probleme ausgefallen wie jetzt. Die Bundesregierung will trotzdem bei der Psychotherapie massiv sparen. Sie unterwandert damit eigene Ziele – und dürfte die Probleme verschärfen.
Diese Audioversion wurde künstlich generiert. Mehr Infos | Feedback senden
Sie kommen einem ewig her vor, jene Wochen, in denen das Land zur besinnlichen Weihnachtszeit einen trüben Bundestagswahlkampf erleben musste. In Wahrheit ist es erst eineinhalb Jahre her, dass Carsten Linnemann, der schneidige Generalsekretär der CDU, nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk forderte, ein Register psychisch kranker Gewalttäter anzulegen. Weil er im selben Gespräch später allgemein von psychisch Kranken sprach, war die Empörung bei den Betroffenen groß.
Klar, im Eifer des Gefechts sagt man schon mal Dinge, die nicht zu Ende gedacht sind. Linnemanns Idee aber fand sich im Sommer 2025 in einem Gesetzentwurf der hessischen Landesregierung wieder. Personen mit psychischen Erkrankungen müssten den Ordnungsbehörden gemeldet werden. Auch wenn sich die Hessen falsch verstanden fühlten und ihr Vorhaben nicht umsetzten, auch wenn Carsten Linnemanns Forderung eine Forderung blieb, ein neuer Ton war damit gesetzt.
Ging man bislang davon aus, dass psychische Krankheiten mittlerweile ernst genommen werden und als Gefahr für Gesundheit, Volkswirtschaft und sogar die Demokratie anerkannt sind, belehren einen politisch Verantwortliche dieser Tage einmal mehr eines Besseren.
So erlebt man, wie einerseits (und zum Glück) immer offener in der Gesellschaft über seelische und........
