Kanzler in der Fraktion: Merz räumt Mitschuld ein – und bekommt nur mäßigen Applaus
Kanzler in der Fraktion Merz räumt Mitschuld ein – und bekommt nur mäßigen Applaus
Bundeskanzler Friedrich Merz neben Fraktionschef Thorsten Frei zu Beginn der Fraktionssitzung der Union.
Analyse | Berlin · Bundeskanzler Friedrich Merz räumt in der Unionsfraktion eine Mitschuld an den Wahldebakeln ein. Die Abgeordneten verlangen jetzt mehr Klarheit, auch bei den Reformen. Vorerst stellen sie sich hinter ihn.
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Von Hagen Strauß und Jan Drebes
Am Morgen vor der mit Spannung erwarteten Fraktionssitzung spricht die neue Parlamentarische Geschäftsführerin der Union, Catarina dos Santos-Wintz (CDU), von Frust unter den Abgeordneten. Sie wäre „fast enttäuscht“, wenn es nach den desaströsen Landtagswahlen in Berlin und vor allem Mecklenburg-Vorpommern keine Debatte gebe. „Wir sind gerade nicht gut genug“, räumt sie ein. Zugleich betont sie: „Der Kanzler hat die volle Rückendeckung der Fraktion.“ Stimmt das tatsächlich?
Gegen 15 Uhr treffen die 208 Abgeordneten von CDU und CSU im Fraktionssaal unter der Reichstagskuppel ein. Die Stimmung ist nicht aufgeheizt, aber angespannt. Viele hadern schon länger mit Friedrich Merz: mit seinem Kurs der Kompromisse gegenüber der SPD, seinen Vorträgen in den Sitzungen – und mit mancher Äußerung.
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