Apotheken-Streik: Warum die Apotheker mehr Honorar verdienen
Apotheken-Streik Warum die Apotheker mehr Honorar verdienen
Meinung · Apotheker haben die Lizenz zum Reichwerden, lautet ein gängiges Vorurteil. Dabei ist das lange vorbei. Welcher Berufsstand würde 13 Jahre Nullrunden hinnehmen? Die Bundesregierung muss ihr Versprechen rasch einlösen. Die Strukturfrage bleibt.
Apotheker auf der Kundgebung in Düsseldorf.
Es gibt Stereotypen, die halten sich hartnäckig. Dazu gehört es, dass ein Pharmazeut mit Eröffnung einer Apotheke die Lizenz zum Reichwerden erhält. Gerade in der Pandemie hätten diese richtig Kasse gemacht, lautet der Vorwurf. Die Kritiker sollten genau hinschauen: Die Pandemie war eine Ausnahmesituation, die alle Heilberufe extrem forderte. Jenseits davon hat sich seit 13 Jahren das Honorar der Apotheken für rezeptpflichtige Arzneien und damit für ihr Kerngeschäft nicht erhöht, während die Kosten stiegen. Welcher Berufsstand würde 13 Nullrunden klaglos hinnehmen, zumal die Arbeit mit regelmäßigen Nacht- und Notdiensten verbunden ist? Der Frust in den Apotheken, der sich in einem bundesweiten Protesttag entlud, ist verständlich.
