»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«
08. Oktober 2026 – 27. Tischri 5787
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»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«
Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission
Es began mit einer Schweigeminute. An die 70.000 Menschen waren am Mittwochabend im Tel Aviver Hayarkon-Park zu einer nationalen Gedenkveranstaltung zusammengekommen, um an die Opfer des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 zu erinnern.
Dann sagte Eli Sharabi: »An jenem Schabbat-Morgen haben wir so viel verloren.« Der 54-Jährige aus dem Kibbuz Be’eri war Geisel der Hamas in Gaza, seine Frau Lianne und die beiden Töchter im Teenagealter, Noiya und Yahel, wurden in ihrem Haus von den Terroristen ermordet. Später starb auch sein Bruder Yossi in Gaza. Das Bild des völlig ausgemergelten Sharabi, wie er nach 491 Tagen in Freiheit kam, ging damals um die Welt und schockierte alle zutiefst.
Das Gefühl der Sicherheit verloren
Hier auf der Bühne sagte er, der gemeinsam mit der Schauspielerin Shani Cohen moderierte: »Wir haben Freunde, Familien, unser Zuhause und ganze Gemeinschaften verloren, die zerstört wurden. Wir haben die Menschen verloren, die wir am meisten lieben. Und wir haben unser Gefühl der Sicherheit und einen Teil unserer Unschuld verloren.« An jenem Schwarzen Schabbat, an dem der gesamten Staat Israel in einen tiefen Abgrund der Trauer stürzte, so Sharabi, »schien es, als hätten wir auch das Land verloren, das wir einst kannten«.
»Im Namen der Ermordeten und Gefallenen sowie für künftige Generationen werden wir Zeugnis ablegen und die Geschichte jenes Tages erzählen, an dem der Himmel über uns zusammenbrach. Wir werden uns an sie alle erinnern und sie niemals vergessen.«
Die Zeremonie war die Hauptveranstaltung des Gedenkens am dritten Jahrestag des schlimmsten Anschlags in Israels Geschichte. Sie wird jährlich von Überlebenden des Angriffs und Hinterbliebenen der Opfer organisiert, die sich unter dem Wort »Kumu« zusammengeschlossen haben, und unterscheidet sich von den offiziellen staatlichen Gedenkfeiern, die bereits am Montag – dem nach dem hebräischen Kalender für das Gedenken an das Massaker gewählten Datum – stattgefunden hatten.
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