Wie die Auswahl des Antisemitismusbeauftragten zum Debakel wurde
15. September 2026 – 4. Tischri 5787
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Wie die Auswahl des Antisemitismusbeauftragten zum Debakel wurde
Der Senat wollte den Posten eines Antisemitismusbeauftragten für die Hochschulen der Hauptstadt schaffen. Doch das Verfahren wurde abgebrochen. Eine neue Recherche zeigt, wie es so weit kommen konnte
15.09.2026 12:51 Uhr
Eine neu geschaffene Stelle zur Bekämpfung von Antisemitismus an Berliner Hochschulen ist zum Politikum geworden. Was als reguläres Auswahlverfahren begonnen hatte, endete im August mit dem Abbruch der Besetzung.
Interne Unterlagen und Aussagen von Beteiligten zeichnen laut einem Bericht der »Welt« das Bild von politischen Einflussversuchen, widersprüchlichen Entscheidungen innerhalb der Verwaltung und einem Bewerber, dessen Ernennung letztlich scheiterte.
Die Berliner Wissenschaftsverwaltung hatte die Position einer Landesansprechperson zur Bekämpfung von Antisemitismus an Hochschulen im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung des Themas an Universitäten. Nach Angaben der Recherche wurden allein 2025 insgesamt 410 antisemitische Vorfälle an deutschen Hochschulen registriert.
Die Stelle wurde im Dezember ausgeschrieben. 63 Bewerbungen gingen dem Bericht zufolge ein, im Januar und Februar folgten die Gespräche. Nach zwei Auswahlrunden lag Mehmet Can an der Spitze. Der Oberstudienrat und Fachleiter für Gesellschaftswissenschaften an der Rütli-Schule in Neukölln engagiert sich seit Jahren gegen Antisemitismus und arbeitet zudem als Schulberater für das Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen.
Auswahlkommission sieht Can vorn
Can erreichte in beiden Runden die höchste Punktzahl. Am Ende lag er mit 318,5 Punkten lediglich 1,5 Punkte vor dem Zweitplatzierten. Die knappe Differenz hing unter anderem mit der bisherigen Eingruppierung der Bewerber zusammen, die in die Bewertung einfloss.
Auch in der jüdischen Community Berlins stieß Can nach der Recherche auf Anerkennung. Gesprächspartner beschrieben ihn unter anderem als professionell, zuverlässig und gut qualifiziert. Zugleich gab es Zweifel, ob seine bisherige Erfahrung vor allem im schulischen Bereich ausreicht, um die erheblich komplexeren Konflikte an Hochschulen zu........
