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Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

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03.09.2026

03. September 2026 – 21. Elul 5786

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Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

Einst Habsburger Festung, dann NS-Ghetto, heute tschechische Kleinstadt: Terezín (Theresienstadt) ist Erinnerungsort und lebendige Stadt zugleich. Internationale Forscher suchen nach Perspektiven für den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft

 03.09.2026 11:48 Uhr

Der Raum, in dem es um die Zukunft Theresienstadts geht, stammt aus einer lange vergangenen Zeit: Das königlich-kaiserliche Offizierskasino war hier Ende des 18. Jahrhunderts untergebracht, die hohen Decken und die Balkone mit den Logen sind kunstvoll bemalt, die Wände mit goldenen Stuck-Ornamenten überzogen. Josephine und Barbora beugen sich über einen Laptop-Bildschirm: Sie studieren Architektur in Dresden und Prag. Hier entwickeln sie Ideen dafür, was aus Theresienstadt werden könnte - jener alten Festungsstadt, die unter den Nazis Gestapo-Gefängnis und Konzentrationslager war und heute eine tschechische Stadt mit rund 2.000 Einwohnern ist.

»Terezín: Vision 2050« heißt das Lehr- und Forschungsprojekt, an dem die Technische Universität Dresden beteiligt ist, die Universitäten aus Prag und Liberec, das Technion aus Haifa in Israel und das MIT in Boston. Initiator ist Ivan Nemec: Der Fotograf engagiert sich seit acht Jahren ehrenamtlich für Terezín, wie die Stadt auf Tschechisch heißt. »Die Stadt braucht eine Erneuerung«, sagt Ivan Nemec, »und wir suchen nach möglichen Antworten.«

140.000 Menschen durchliefen bis 1945 das Ghetto

Theresienstadt wurde im 18. Jahrhundert von der habsburgischen Armee angelegt: mächtige Festungsmauern, im Innern Kasernengebäude und Offiziershäuser, in der Mitte ein Marktplatz mit Rathaus und Kirche. Die Nazis erkannten, wie gut sich diese Anordnung für ihre Zwecke missbrauchen........

© Juedische Allgemeine