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Was wir aus der Sicherheitsstrategie der USA lernen können

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16.12.2025

Die jüngste Nationale Sicherheitsstrategie der USA (NSS) löste in der deutschen Politik Schockwellen aus. Ungeschminkt zeigte sich das neue Europa-Verständnis dieser Administration: Sie degradierte Europa auf Platz drei der regionalen US-Prioritäten (hinter Lateinamerika und Asien). Sie malte ein drastisches Bild des wirtschaftlichen Niedergangs und der politischen Schwäche Europas.

Sie geißelte Immigrationspolitik sowie angebliche Repression politischer Freiheiten. Sie beschwor in kulturkämpferischem Tenor gar die „Auslöschung der europäischen Zivilisation“. Besonders frappierend war das angedeutete US-Bündnis mit den „patriotischen Parteien“, also den rechtsextremen Kräften Europas – eine bislang nicht dagewesene Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Die traditionelle transatlantische Wertegemeinschaft wurde faktisch für tot erklärt.

Dabei drängt sich die Frage auf, welches Bild US-Präsident Trump von Europa hat. Und ob er sich von seinen Ideologen unterscheidet.

In der ersten Administration speiste sich Trumps Europa-Skepsis aus seiner Unkenntnis der europäischen Strukturen und drei europäischen „Ursünden“: mangelnde Verteidigungsausgaben, „ungerechte“........

© Handelsblatt