Plagiatsvorwürfe sind zu oft politisch motiviert
Fall Mario Voigt : Plagiatsvorwürfe sind zu oft politisch motiviert
Plagiatsvorwürfe dienen als Druckmittel. Es ist an der Zeit, die politischen Showkämpfe zu ignorieren und Fehlverhalten sachlich an Hochschulen zu melden.
Nichts scheint geeigneter, missliebigen Vertretern in Öffentlichkeit und Politik zu schaden als ein Plagiatsvorwurf. Denn er trifft Politiker an einer besonders verletzlichen Stelle: Er stellt ihre Glaubwürdigkeit infrage. Das hat zuletzt Ministerpräsident Mario Voigt in Thüringen zu spüren bekommen, wo die AfD gehofft hatte, ihn mithilfe eines einschlägig bekannten und rechtslastigen Plagiatsjägers aus dem Amt zu drängen. Um einer Niederlage vor dem Verwaltungsgericht zuvorzukommen, hat Voigt seine Klage gegen den Entzug des Doktorgrads nun zurückgezogen.
Das war ein ebenso durchschaubarer wie nachvollziehbarer Schritt. Seine Chancen, das Gerichtsverfahren zu gewinnen, waren gering. Wissenschaftsrechtler und Ombudsleute weisen zu Recht darauf hin, dass es bei 120 verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen zu Wissenschaftsplagiaten keinen einzigen Fall gab, in dem der Entzug aus inhaltlichen Gründen für rechtswidrig erachtet wurde. Nur nachgewiesene Verfahrensfehler haben in wenigen Fällen für eine Revision gesorgt und im Zweifel zu einem neuen Überprüfungsverfahren geführt.
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Wissenschaftliche Erkenntnisprozesse sind unabgeschlossen
Wissenschaftliches Fehlverhalten ist keine Lappalie, denn Forschung muss ihre Quellen offenlegen, um nachvollziehbar zu sein.........
