Streit um Gastpatienten: Wien verliert das Augenmaß
Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker haben gute Argumente, die Zahl der Gastpatienten aus Niederösterreich und dem Burgenland zu reduzieren, damit Patienten aus Wien nicht monatelang auf eine Knie-, Hüft-, Schulter- oder Augenoperation warten müssen. Eine wohnortnahe Versorgung, wie es der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) grundsätzlich vorsieht, ist sinnvoll und gehört gefördert.
Der niederösterreichischen und burgenländischen Bevölkerung nahezulegen, zunächst nach Möglichkeit ein Spital in ihrem Heimatbundesland aufzusuchen, und eine Klinik in Wien nur dann in Betracht zu ziehen, wenn ein entsprechendes Angebot außerhalb Wiens fehlt, ist nachvollziehbar, legitim und sogar geboten. Schließlich bedeutet die Behandlung von Gastpatienten Mehrkosten in der Höhe von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr und trägt zu den sehr langen Wartezeiten auf Eingriffe und Behandlungen bei. Viele Operationen könnten zudem tatsächlich auch in den besagten Bundesländern durchgeführt........
