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Auferstandener Phönix

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05.04.2026

Ostern ist die Auferstehung Jesu, eine leise, im Geheimen stattfindende – nämlich in der Grabkammer des Josef von Arimathäa hinter einem schweren Steinverschluss. Wir sprechen nicht von der spektakulären Erneuerung eines Phönix etwa, des mythischen Vogels, der durch Selbstverbrennung sich selbst in einem Ei zeugt und daraus neu schlüpft. Das wäre mal flashy!

Nachdem Jesus von Nazareth mit seinen 32 Jahren erfolgreicher Influencer mit vielen Followern war, mit einer leisen, antiklimatischen Botschaft des Friedens, der Solidarität, der gelebten Armut, verblieben in der Erinnerung der Nachwelt vor allem Erlebnisse der Demut und Bescheidenheit. Er erlaubte sich lediglich an wenigen Punkten seines Lebens, laut zu werden, etwa bei der Bergpredigt – als ihm 5000 Menschen lauschen konnten. Oder als er einen der raren Wutanfälle hatte, als ihm zu viel Lärm und Basar in den Tempeln waren und dabei mit Peitschen und Tischestürzen die ganzen Krämer und Händler rausschmiss. Und am sogenannten Palmsonntag auch – als er wie ein König in Jerusalem einzog. Wenn wir den Geschichten Glauben schenken, oder einfach mal „dem Narrativ folgen“ – dann hat dieser Mensch Jesus Wissen über die Geschehnisse, die kommen werden und somit auch, dass er in einer Woche von Top zu Tod zu Wieder-da gehen wird. Gefeiert als König, um dann aber gefangen genommen, gefoltert, getötet zu werden. Und das Menschsein damit wieder ablegt und als ein übermenschliches Wesen wiederkehrt, das dem vorher von ihm Gesagten und Gepredigten noch mehr Bedeutung geben soll.

Ein guter Mensch, dieser Jesus, der seine Gedanken über Gott und die Welt in Worte fasste, aber auch durch Taten wirken ließ, ist selber ein göttliches Wesen. Und durchlebte das Menschsein in all seinen Abstufungen, bis hin zu größten Qualen, um seinen Geschöpfen eine Geschwisterlichkeit anzubieten. So ist........

© Die Kolumnisten