Der AfD-Erfolg und die Zugewanderten: Migranten müssen jetzt keine Angst haben. Sie müssen aber endlich mal etwas tun!
Als ich nach der Wahl die ersten Reaktionen auf Sachsen-Anhalt las, war da oft von einem politischen Erdbeben die Rede. Knapp 44 Prozent für die AfD. Die Partei, die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, ist stärkste Kraft. Das ist bedrückend. Aber mich beschäftigt an diesem Ergebnis noch etwas anderes.
Asif Malik Asif Malik ist Dipl.-Betriebswirt und MBA. In Hamburg führt er als Unternehmer ein Immobilienmaklerbüro und eine Personalberatung. Ehrenamtlich engagiert er sich seit 20 Jahren im interreligiösen Dialog und ist Mitinitiator zahlreicher integrativer Projekte.
Warum sprechen wir jetzt wieder so selbstverständlich über Muslime und Migranten als diejenigen, die vor dem Rechtsextremismus geschützt werden müssen? Warum sprechen wir so selten über sie als diejenigen, die die Demokratie stärken könnten? Ich halte das für einen grundlegenden politischen Fehler.
Nicht aus Mitleid mit ihnen. Und auch nicht, weil Muslime oder Migranten per se die besseren Demokraten wären. Sondern weil eine Demokratie ihre Widerstandskraft nicht nur aus Institutionen bezieht. Sie braucht Menschen und Gemeinschaften, die sie tragen. Dort liegt eine bislang kaum ausgeschöpfte Ressource.
Seit Jahren wird das Leben von Muslimen und Migranten in Deutschland überwiegend problemorientiert beschrieben: Integrationsdefizite, Islamismus,........
