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Schlaf | Schlafen gegen die innere Uhr: Warum Nachteulen nicht faul sind

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02.01.2026

Es ist Januar, der Monat der Neujahrsvorsätze und anderer vergeblicher Bemühungen zur Selbstverbesserung. Und was gibt es Besseres, um mehr aus seinem Leben zu machen, als früher aufzustehen und den Tag zu nutzen?

Zumindest sagt das die Stimme in meinem Kopf, als ich um 9.30 Uhr zum zehnten Mal auf den Schlummeralarm drücke. Dann ist es Zeit, aufzustehen, geplagt von Schuldgefühlen wegen meiner Faulheit, als ob Ausschlafen eine Art ethischer Fehltritt wäre.

Das ist es natürlich nicht. Die circadianen Rhythmen der Menschen, unsere Schlaf-Wach-Zyklen sind von Natur aus unterschiedlich, und wenn auch Sie spät ins Bett gehen und spät aufstehen, sind Sie einfach eine Nachteule – oder, klinisch ausgedrückt, Sie haben eine verzögerte Schlafphase.

Es ist an der Zeit, dass diese Beschämung des circadianen Rhythmus aufhört. Das ist nichts Neues. Vor Jahrhunderten stellte Benjamin Franklin die schockierend einseitige Behauptung auf, dass „frühes Zubettgehen und frühes Aufstehen einen Mann gesund, reich und weise macht“. In einem Essay aus dem Jahr 2018 in The Cut schrieb Edith Zimmerman, dass „frühes Aufstehen einem einen Energieschub verleiht; man fühlt sich überlegen, selbstgefällig“. Kürzlich drückte es ein Reddit-Nutzer ganz einfach aus: „Nachtschwärmer sind scheiße“, schrieb die Person. „Ihre Schlafgewohnheiten sind ein [Hindernis] in jedem Plan, das ständig umgangen werden muss.“

Aber Nachteulen, trösten Sie sich: Wie Robin Williams einmal zu Matt Damon sagte, ist es nicht Ihre Schuld. Ihr täglicher Schlaf-Wach-Rhythmus, der sogenannte Chronotyp, scheint größtenteils genetisch bedingt zu sein. Die Schätzungen darüber, wie häufig Nachteulen sind, variieren: Expert:innen, die mit dem Guardian sprachen, hatten von Schätzungen um die 15 Prozent gehört, während eine kürzlich in Finnland........

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