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Die „Zucman-Steuer“: Wie wir die Superreichen endlich fair besteuern – auch in Deutschland

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05.01.2026

Ob in Deutschland oder in Frankreich: Eine Krankenschwester oder ein gelernter Fabrikarbeiter bezahlt in der Regel einen höheren Anteil des Einkommens an Steuern als viele Milliardäre des jeweiligen Landes. Das schließt alle Steuern ein – und ist keine rhetorische Übertreibung, sondern die strukturell bedingte Realität moderner Steuersysteme.

In alarmierender Geschwindigkeit ist der Anteil des Vermögens, das sich im Besitz der Superreichen befindet, in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen. 1987 besaßen die Milliardäre weltweit umgerechnet drei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Heute besitzen sie umgerechnet fast 15 Prozent des weltweiten BIP. Dennoch zeigen immer mehr Untersuchungen, dass Milliardäre als Gruppe proportional zu ihrem Einkommen weniger Steuern zahlen als normale Bürger. Dieses Ungleichgewicht untergräbt den Grundsatz der Fairness, der das deutsche Sozialmodell ausmacht, und es entzieht dem Staat dringend benötigte Ressourcen in einer Zeit, in der dringender Investitionsbedarf in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung und öffentliche Infrastruktur besteht.

Wie ist das möglich? Kurz gesagt, weil die reichsten Haushalte in der Lage sind, ihr Vermögen so zu strukturieren, dass nur wenig oder gar kein steuerpflichtiges Einkommen anfällt, häufig durch Holdinggesellschaften oder ähnliche rechtliche Konstruktionen.

In den Vereinigten Staaten beispielsweise enthüllte ein Investigativ-Team von ProPublica, dass Elon Musk und Jeff Bezos jahrelang praktisch keine Einkommenssteuer gezahlt haben; Bezos hatte sogar Anspruch auf staatliche Familienleistungen, nachdem er ein extrem niedriges zu versteuerndes Einkommen angegeben hatte.

In Frankreich enthüllte

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