Die ernste Komik einer Stadtläuferin
Sie verzieht keine Miene, lässt die anderen lachen über ihre absurden Installationen und mit Komik gespickten Videos. Derweil unsereins ständig grinsen muss beim Gang durch ihre komischen Aufbauten, meint Klara Lidén es tiefernst mit dem, was sie in drei Stockwerke samt Ausstellungshalle des Instituts KW Auguststraße in Berlin-Mitte hineingepackt hat. Zur Preview versteckt sie sich gar in ihren labyrinthischen Straßentunneln und Pappkojen und lässt lieber ihre Kuratorin, die KW-Direktorin Emma Enderby, reden. Fast scheint es, sie hält sich an den alten Spruch: Bilde, Künstler, rede nicht!
Sie mag nichts erklären. Die Leute hätten ja Augen im Kopf. Und Ohren zum Hören, die Melodie, den Rhythmus, das Grundrauschen und den Lärm der Großstadt. Einer Stadt, die immer nur wird und nie ist, wie der Schriftsteller Karl Scheffler schon 1910 die Nichtidylle Berlin beschrieb, wegen der Tendenz zum ständigen Neubau und der Zerstörung des Alten, was die Stadt ihrer Kontinuität beraube.
Klara Lidén, Jahrgang 1979, ist Schwedin, stammt aus der schönen, ordentlichen, gepflegten Großstadtperle Stockholm. Sie hat dort Architektur studiert und kam 2005 ins verrückte, liederliche Nachwende-Berlin, um an der Universität der Künste weiter zu studieren. Sie sog das sensorische Regime der dauerchaotischen einstigen Frontstadt mit ihrem ewigen Baustellen-Dasein ein. Wie tief, das zeigt ihr „Self Portrait with the Keys to the City“. Die Schlüssel sind Werkzeuge – Bolzenschneider, Schraubenschlüssel, eine Taschenlampe, ein Kanaldeckelheber, sie hat sie alle in ihrem weiten Mantel stecken, immer zur Hand – um, wie sie es sagt, „die Stadt........
