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Showdown in Hangzhou: Merz staunt über Chinas Kung-Fu-Roboter

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26.02.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag zum Abschluss seiner ersten China-Reise den Technologiestandort Hangzhou in der ostchinesischen Provinz Zhejiang besucht. Dort besichtigte er unter anderem den chinesischen Roboterhersteller Unitree Robotics, den deutschen Industriekonzern Siemens Energy sowie am Morgen in Peking ein Werk von Mercedes-Benz.

Bei Unitree, einem der führenden chinesischen Robotikunternehmen, ließ sich Merz laut der chinesischen Zeitung Global Times Produktvorführungen zeigen – darunter sogenannte WuBots, Roboter, die Kampfkunstbewegungen ausführen, sowie Roboterkämpfe. Firmengründer Wang Xingxing führte den Kanzler persönlich durch die Ausstellung. Merz habe einzelne Roboterkomponenten in die Hand genommen und sich die technischen Erläuterungen genau angehört, berichtete ein Reporter der Global Times vor Ort.

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Wang erklärte im Anschluss, er fühle sich durch den Besuch geehrt. Er sehe darin ein Fenster für vertiefte Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen und eine Gelegenheit, die globale Entwicklung der intelligenten Robotik gemeinsam voranzutreiben. Der deutsche Markt biete enormes Potenzial, sagte Wang laut der chinesischen Nachrichtenagentur Chinanews.

Hangzhou gilt als eines der wichtigsten Technologiezentren Chinas. In der Stadt sind unter anderem das KI-Unternehmen DeepSeek und der Onlinehändler Alibaba ansässig.

Merz: „Hohe Produktqualität und hoher technologischer Standard“

In seinem Abschlussstatement zeigte sich der Kanzler sichtlich angetan von den besuchten Unternehmen. Er habe sich „bei insgesamt drei Firmen wirklich noch einmal von der hohen Produktqualität und dem hohen technologischen Standard überzeugen“ können – bei Mercedes-Benz mit autonomem Fahren, bei Unitree in der Robotik und bei Siemens Energy, das am Standort Hangzhou für den globalen Markt produziere.

Zugleich sprach Merz offen über Spannungen im Wirtschaftsverhältnis. Es gebe „hohe Kapazitäten in China, die mittlerweile zum Teil auch für Europa ein Problem darstellen, weil diese Kapazitäten weit über den Marktbedarf hinausgehen“. Der Kanzler kündigte an, die Bundeswirtschaftsministerin zu einem Folgebesuch nach China zu bitten, um diese Fragen weiter zu erörtern. Deutschlands Handelsdefizit mit China erreichte im vergangenen Jahr mit 89 Milliarden Euro einen Rekordwert. China hatte die USA als größten Handelspartner Deutschlands abgelöst.

Begleitet wurde Merz von rund 30 Spitzenmanagern deutscher Konzerne aus den Bereichen Automobil, Chemie, Biopharma, Maschinenbau und Kreislaufwirtschaft – darunter Vertreter von Volkswagen, BMW und Mercedes, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Auch der Mittelstand sei breit vertreten gewesen, betonte Merz.

Der Besuch fand vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten statt, die durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump ausgelöst wurden. Berlin und Peking suchen nach Wegen, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu stabilisieren – obwohl Deutschland China zugleich als systemischen Rivalen betrachtet.

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Merz erklärte zudem, er habe in seinen Gesprächen mit Staatspräsident Xi Jinping am Vortag ausführlich über den Krieg in der Ukraine gesprochen und dafür geworben, dass China einen Beitrag zur Beendigung des Konflikts leiste. Deutsch-chinesische Regierungskonsultationen sollen spätestens Anfang nächsten Jahres in China stattfinden.


© Berliner Zeitung