Ein bisschen Klimaminister
Norbert Totschnig setzt als Minister klare Prioritäten zugunsten der Landwirtschaft und kürzt massiv im Klimabereich.
Der Entwurf für das neue Klimagesetz enthält keine verbindlichen Sanktionen und wird von Opposition und Koalitionspartnern kritisiert.
Förderungen für Bauern werden ausgebaut, während zentrale Klimaschutzmaßnahmen und -budgets deutlich reduziert werden.
Klimabonus und kostenloses Klimaticket für 18-Jährige wurden abgeschafft
Förderungen für thermische Sanierungen stark gekürzt
Klima- und Energiefonds: Kürzung von 650 auf 300 Mio. Euro jährlich
Bodenverbrauch von 11 auf 6,5 Hektar pro Tag (2022-2025) gesenkt
Norbert Totschnig setzt als Minister klare Prioritäten zugunsten der Landwirtschaft und kürzt massiv im Klimabereich.
Der Entwurf für das neue Klimagesetz enthält keine verbindlichen Sanktionen und wird von Opposition und Koalitionspartnern kritisiert.
Förderungen für Bauern werden ausgebaut, während zentrale Klimaschutzmaßnahmen und -budgets deutlich reduziert werden.
Klimabonus und kostenloses Klimaticket für 18-Jährige wurden abgeschafft
Förderungen für thermische Sanierungen stark gekürzt
Klima- und Energiefonds: Kürzung von 650 auf 300 Mio. Euro jährlich
Bodenverbrauch von 11 auf 6,5 Hektar pro Tag (2022-2025) gesenkt
Nicht bei allen stand beim Eurovision Song Contest in Wien die Musik im Vordergrund. Norbert Totschnig holte Speck, Käse und Wein auf die Bühne. Der Land-, Forstwirtschafts-, Umwelt- und Klimaminister (ÖVP) nutzte die internationale Aufmerksamkeit geschickt, um Werbung für die heimische Landwirtschaft zu machen. Der Minister posierte im hellblauen Anzug und mit Gemüsekorb für die Kameras. Obendrauf wurden dem ORF noch zwei Umweltzeichen verliehen. Für Totschnig war es ein PR-Termin, wie er im Bilderbuch steht. Ein Termin, der viel über seine Prioritäten aussagt.
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Seit 2022 steht Totschnig an der Spitze des Landwirtschaftsministeriums. Seit vergangenem Jahr ist er auch für Umwelt und Klimaschutz zuständig. Nur, aufgefallen ist er mit seiner Klimapolitik bisher kaum. Er setzte im Entwurf für das neue österreichische Klimagesetz vor allem den Rotstift an: Der Klimabonus wurde eingestampft, das kostenlose Klimaticket für 18-Jährige wurde abgeschafft, Förderungen für thermische Sanierungen drastisch gekürzt, dem Klima- und Energiefonds die Hälfte seiner Gelder zusammengestrichen. Klimaschädliche Subventionen bleiben unberührt.
Der Entwurf zum Klimagesetz erntete scharfe Kritik. „Totschnig zeigt eine gewisse Nicht-Priorisierung von Klimapolitik“, sagt ein hoher Beamter aus dem Ministerium, der anonym bleiben will. Egal, ob man mit Vertreter:innen der Opposition oder der Regierungsparteien spricht: Totschnig mache vor allem Politik für die Bauern.
Vom Bauernbund an die Ministeriumsspitze
Er kennt die Sorgen und Nöte der Landwirt:innen. Schließlich ist er einer von ihnen. Er wurde 1974 in Osttirol geboren und wuchs mit sechs Geschwistern auf einem Milchviehbetrieb auf. Er machte Karriere beim Bauernbund, einer mächtigen ÖVP-Teilorganisation: Erst als Referent, dann Büroleiter, schließlich ab 2017 Direktor. Von dort wechselte er direkt an die Spitze des Landwirtschaftsministeriums. Landwirtschaftskammer und Bauernbund waren zufrieden. Einer von ihnen saß nun am Chefsessel im Ministerium am Stubenring.
Totschnig lieferte. Er verfolgte eine........
