menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Das NS-Zeug am Dachboden

19 0
08.06.2026

Viele Menschen bringen NS-Relikte ins Vorarlberg Museum, um sie sicher und verantwortungsvoll zu entsorgen.

Die Auseinandersetzung mit NS-Erinnerungsstücken ist oft emotional belastet und gleicht manchmal einer Therapie.

Nur Gegenstände mit nachvollziehbarem Kontext werden archiviert, Massenware ohne Bezug wird meist vernichtet.

Handel mit NS-Orden in Österreich und Deutschland ist streng verboten

Original-Anhänger mit Hakenkreuz: Schwarzmarktwert ca. 100 Euro pro Stück

Für jedes abgegebene Stück: Zettel mit Übergabe, Unterschrift, Datum, Beschreibung

NS-Symbole werden entfernt und dann im Restmüll entsorgt

Viele Menschen bringen NS-Relikte ins Vorarlberg Museum, um sie sicher und verantwortungsvoll zu entsorgen.

Die Auseinandersetzung mit NS-Erinnerungsstücken ist oft emotional belastet und gleicht manchmal einer Therapie.

Nur Gegenstände mit nachvollziehbarem Kontext werden archiviert, Massenware ohne Bezug wird meist vernichtet.

Handel mit NS-Orden in Österreich und Deutschland ist streng verboten

Original-Anhänger mit Hakenkreuz: Schwarzmarktwert ca. 100 Euro pro Stück

Für jedes abgegebene Stück: Zettel mit Übergabe, Unterschrift, Datum, Beschreibung

NS-Symbole werden entfernt und dann im Restmüll entsorgt

Mit dem Erinnern ist das so eine Sache. Die Vergangenheit ist Teil unserer Identität, sie wegzuradieren ist eigentlich nicht möglich.

Für dich interessant: Geflohene Ex-Nazis: Warum die FPÖ regional so stark ist

Was aber, wenn die Vergangenheit einen besonderen Geruch hat? Den der NS-Zeit? Was tun mit dem ganzen Zeug, das noch irgendwo verstaubt?

Die Büroräumlichkeiten des Depots sind betont steril. Weiß, grau, schwarz, ordentlich. Es ist eine Zweigstelle des Vorarlberg Museums, gedacht für Verwaltung und – im hinteren Teil – die Lagerung, in einem unattraktiven Gewerbegebiet abseits des Hauptmuseums.

Heute ist ein besonderer Tag. Denn heute können Menschen hierher ins Gewerbegebiet kommen, die unliebsames Material in ihren Taschen tragen. Nämlich Funde, die aus der Zeit der 1930er und 1940er Jahre stammen.

Die erste Besucherin, eine Mitt-Vierzigerin, leert verschämt ihre Tasche. Eingewickelt in ein dünnes Obstsäckchen sind drei Stücke aus Metall. Sie verschwinden in ihrer Größe auf dem riesigen Konferenztisch. Bei genauerem Hinschauen ist das Hakenkreuz........

© Wiener Zeitung