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Wenn dein Idol in den Epstein-Files auftaucht

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07.01.2026

Es war Hochsommer im Jahr 2016. Ich saß in einem verspäteten Regionalzug der Deutschen Bahn. Während die defekte Klimaanlage die Abteile in mobile Saunadampfbäder verwandelte, hatte ich andere Sorgen: Mein allererstes Interview mit dem weltberühmten MIT-Professor, Linguisten und „public intellectual“ Noam Chomsky stand an. Geplant war eine Skype-Sitzung, doch es bestand die reale Gefahr, dass ich nicht rechtzeitig vor meinem Laptop sitzen würde. Immer wieder blickte ich nervös auf die Uhr an meinem verschwitzten Handgelenk. Am Ende ging alles gut – und eine lange Freundschaft begann.

Im Laufe der Jahre interviewte ich Chomsky zahlreiche Male. Für das abschließende Gespräch eines gemeinsamen Buchprojekts besuchte ich ihn 2018 sogar in Tucson im südlichen US-Bundesstaat Arizona, wo er an der Arizona State University lehrte. Für mich ging damit ein Traum in Erfüllung. Schon in jungen Jahren hatte Chomsky mein politisches Denken geprägt. Er sprach sich gegen Ungerechtigkeiten aus, als viele andere schwiegen. Kurz nach den........

© Wiener Zeitung