menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Mit Hausbesetzungen gegen Rassismus

25 0
22.08.2026

A m Morgen des 29. Juni 1974 erlebt die Verwaltung eines Wohnblocks am Rande Amsterdams eine Überraschung. Noch am Abend zuvor standen rund 100 Wohnungen in Bijlmermeer – auch Bijlmer genannt – leer, trotz zahlreicher Interessent*innen. Doch die bekommen die freien Wohnungen nicht, denn die Hausverwaltung möchte nicht an surinamische Mi­gran­t*in­nen vermieten.

Also nimmt ein Kollektiv aus Su­rin­ame­r*in­nen die Sache selbst in die Hand. Den Rassismus, den sie in den Niederlanden erfahren, lassen sie sich nicht mehr gefallen. Über Nacht besetzen sie 80 der freien Wohnungen. Ihre Fenster dekorieren sie mit Plakaten und Protestschildern, ihre Balkone richten sie mit Bannern ein. Sie nennen sich Bijlmerkrakers, also Bijlmer-Hausbesetzer.

Dabei sollte die Nachbarschaft ursprünglich ein Vorzeigeprojekt sozialer Stadtplanung werden, eine „Stadt der Zukunft“ für nicht weniger als 100.000 Menschen. Das Neubaugebiet aus gigantischen Wohnblocks war an den Ideen des Architekten Le Corbusier orientiert. „Die Leitvorstellung war: Jeder ist gleich, und jeder........

© taz.de