Ein Staat, der seine Gegner über Grenzen verfolgt
F ünf Schüsse. Erst einer, zwei, drei aus nächster Nähe. Dann noch einer und noch einer. Das Opfer, der russische Künstler Semyon Skrepetsky, lag da bereits am Boden.
Die letzten beiden Schüsse lassen mich nicht los. Sie wirken wie ein bewusstes Nachtreten. Vielleicht waren sie Ausdruck persönlichen Hasses. Vielleicht Verachtung. Vielleicht wollte jemand ganz sichergehen. Aber bei drei Schüssen aus nächster Nähe? Die letzten beiden wirken wie etwas anderes. Wie eine Botschaft.
Semyon Skrepetsky, bürgerlich Robert Kuzowkow, war Künstler, Karikaturist und Kritiker des russischen Regimes. Einer jener Menschen, die von Autokraten besonders schwer ertragen werden, weil sie sie lächerlich machen.
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