Erpressungsversuch bei Tarnkappe.info: Neues aus Absurdistan
Erpressungsversuch bei Tarnkappe.info: Neues aus Absurdistan
Schon der Erstkontakt im Oktober des Vorjahres war ein Erpressungsversuch, um uns um 5.000 Euro zu erleichtern, die wir spenden sollten.
Erpressungsversuch zum Wohl einer gemeinnützen Organisation
5.000 Euro an eine Organisation seiner Wahl
Ausgerechnet ein Erpresser als Moralapostel
Erpressungsversuch - unsere Einordnung dazu
Vor mehreren Monaten erhielt ich eine merkwürdige Nachricht. Jemand begann seine Mitteilung sehr positiv, um zunächst Vertrauen zu erwecken. Angeblich hätten wir schon einmal Kontakt miteinander gehabt. Ich konnte mich bei der Vielzahl an E-Mails, die hier tagtäglich bearbeitet werden müssen, leider nicht mehr daran erinnern. Doch danach packte er endlich aus, worum es wirklich gehen sollte. Für einen Erpressungsversuch wollte der Unbekannte meine E-Mail-Adresse haben.
Erpressungsversuch zum Wohl einer gemeinnützen Organisation
Auf die Rückfrage, worum es denn überhaupt gehen soll, bekam ich zeitnah eine Antwort. Wir hätten aufgrund von zwei Advertorials für Vapes gegen das deutsche Tabakerzeugnisgesetz verstoßen. Das war mir ehrlich gesagt nicht bekannt.
Der Erpresser forderte die sofortige Löschung der Beiträge, was ich auch direkt erledigt habe. Die Foren-Threads bleiben aber entgegen der Forderungen dauerhaft erhalten. Ich habe sogar dazu geschrieben, dass die Werbung für die Produkte nicht legal war.
5.000 Euro an eine Organisation seiner Wahl
Ich sollte als Betreiber 5.000 Euro an eine Organisation seiner Wahl spenden, die sich entweder mit „Jugendschutz, Suchtprävention oder Gesundheitsaufklärung“ befasst. Zudem müsse ich einen Nachweis der Spende „zweifelsfrei“ erbringen, forderte der Unbekannte. Abschließend sollte ich noch einen aufklärenden Artikel veröffentlichen, in dem ich über die Risiken von Vapes für Jugendliche und deren Risiko davon abhängig zu werden, informieren sollte. Ach ja, mich bei den Lesern im Rahmen eines Beitrags entschuldigen, sollte ich auch.
Der Erpresser hat offenkundig ein Faible für moralische Aspekte und für Demut, die man unbedingt zeigen soll. Doch von derartigen Vorstellungen stellt er sich selbst offenkundig frei, wenn man die vielen Mitteilungen analysiert, die hier eingetrudelt sind.
Ausgerechnet ein Erpresser als Moralapostel
Ganz vergessen habe ich noch die Forderung die Namen und Kontaktdaten der Agenturen zur Verfügung zu stellen nebst dem kompletten E-Mail-Verlauf und der Angabe, wie viel Geld für die Beiträge geflossen ist. All diesen Forderungen bin ich schon wegen dem Datenschutz, gegen den ich verstoßen würde, nicht nachgekommen.
„Sie haben bis zu dem 6. November 2025 um 1:00 Uhr Zeit sich zu entscheiden. Sollte ich keine Antwort erhalten oder Sie sich gegen mein Angebot entscheiden, so wird der Fall der Verbraucherzentrale und der Wettbewerbszentrale gemeldet, welche dann eine Abmahnung raussenden und ein Bußgeldverfahren starten wird„, hieß es im Erpressungsversuch.
Auch auf die Frage, ob ich Raucher bin und mein Gehirn schon damit vernichtet hätte, bin ich natürlich nicht weiter eingegangen. Mit Löschung der Werbebeiträge war die Angelegenheit erledigt, eine Mitteilung einer Behörde ist hier deswegen niemals eingegangen. Natürlich kann man mithilfe der WayBack Machine jederzeit zweifelsfrei feststellen, dass es diese beiden Beiträge gab. Es gibt ja auch gar keinen Versuch, das Ganze zu vertuschen. Deswegen und zur Unterhaltung unserer Leserinnen und Leser möchte ich die Angelegenheit publik machen, da jetzt etwas Zeit vergangen ist. Ohne Zweifel tut es mir leid, dass wir Werbung veröffentlicht haben, die verboten ist und die für Minderjährige negative Konsequenzen haben könnte. Das möchte ich auch mal klarstellen.
Erpressungsversuch – unsere Einordnung dazu
Natürlich haben wir nicht absichtlich Werbung für irgendwelche Produkte gemacht, die hierzulande verboten sind und die abhängig machen können. Das würde ganz klar gegen unsere Moralvorstellungen verstoßen. Außerdem würde niemand mit einem ladungsfähigen Impressum auf die schräge Idee kommen, gegen geltendes Gesetz verstoßen zu wollen. Das geht früher oder später nach hinten los.
Dabei trudeln hier seit Jahren tagtäglich lukrative Anfragen ein, die für angebliche „Cloud Mining„-Anbieter werben wollen. Doch es handelt sich dabei natürlich um nichts weiter als um Abzocke. Und auch wenn ich schon bei der ersten Antwort mitteile, dass wir keine Werbung für Krypto-Mining-, Online-Casino- oder Spielwetten-Portale erlauben, schicken uns die Vermittler trotzdem die Werbeartikel ungefragt zu. Sie tun dies in der Hoffnung, wir könnten bei der Aussicht auf ihre Bezahlung schwach werden.
Also mal ganz ehrlich, ich brauche keinen Erpresser, der sich wie ein Moralapostel aufführt, weil er glaubt, er müsse uns erläutern, was korrekt sei und was nicht. Wer mehr über den Wahnsinn im Kampf mit der tagtäglichen E-Mail-Flut der Vermarkter erfahren möchte, der sollte sich diesen Beitrag durchlesen. Der Artikel ist trotz seines Alters noch immer aktuell.
Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.
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