„Ohnmacht ist ein fieses Gefühl“
Haben Sie schon mal die Nachrichten ausgeschaltet, weil Ihnen alles zu viel geworden ist?
Nicht, weil ich sie nicht mehr ertragen konnte. Aber ich habe sie reduziert. Ich lese Zeitung, und ich versuche, einmal am Tag Nachrichten im Fernsehen zu schauen, um mich zu orientieren. Den Dauerbeschuss von Push-Nachrichten, die aufs Handy kommen, vermeide ich.
Können Sie verstehen, dass Menschen die Nachrichten zu viel werden?
Ja, klar. Als Berater sind meine Kollegen und ich ja selbst vom Dauerkrisenmodus der Welt betroffen. Die Leute kommen mit den gleichen Fragen, die wir auch haben.
Was für Fragen sind das?
Sieht man Krieg im Fernsehen, fragt man sich: Könnte das, was dort passiert, nicht auch hier bei uns passieren? Gerade mit Blick auf den Krieg in der Ukraine fände ich es tatsächlich blauäugig zu sagen: Okay, der ist weit weg, der wird niemals weiter nach Westen kommen. Dazu kommen Herausforderungen durch die Klimakrise, die Aushöhlung unserer Demokratie und eine unberechenbare weltpolitische Lage.
Was passiert mit uns, wenn wir ständig Nachrichten von Krisen, Kriegen und Chaos aufnehmen?
Das kann zu einem Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins führen. Aus der Forschung weiß man: Ohnmacht ist ein mächtiges, fieses Gefühl. Super hilfreich ist dann, wenn man etwas dagegen tun kann.
Wie bleibe ich........
