Die Politik stiehlt sich bei der Pflege aus der Verantwortung
Mitte Mai in einem Pflegeheim, irgendwo in Süddeutschland. Maria M., 87 Jahre alt, sitzt in ihrem Rollstuhl beim Essen und kann kaum glauben, was gerade mit der Post gekommen ist. Ab 1. Juli zahlt sie zum ersten Mal einen Eigenanteil von mehr als 4000 Euro im Monat für dieses gute, aber alles andere als komfortable Heim. Ihre Rente reicht dafür bei weitem nicht, ihr Erspartes ist bald aufgebraucht und ihre Kinder verdienen nicht genug, als dass der Staat sie für ihre Mutter zur Kasse bitten könnte. Maria M., die ihr Leben lang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, wird ein Fall fürs Sozialamt.
Pflegebedürftig zu werden, ist für viele Versicherte inzwischen ein größeres Armutsrisiko als eine längere Phase der Arbeitslosigkeit. In der politischen Debatte über die Reform der Pflege aber haben Menschen wie Maria M. keine Fürsprecher. Nach allem, was Gesundheitsministerin Nina Warken bisher plant oder an Vorschlägen in der Koalition........
