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Wahlklatsche für Orban - Schock für Europas Rechte?

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14.04.2026

Nicht nur AfD-Chefin Alice Weidel posierte gerne auf Fotos mit Viktor Orban. Für viele Rechtspopulisten in Europa war Ungarns nun abgewählter Regierungschef eine Ikone. Sie bewunderten ihn für das technische und organisatorische Geschick, mit dem er sein Land zur „illiberalen Demokratie“ umbaute. Und dafür, dass er sich 16 Jahre lang an der Macht hielt. Das ist nun vorbei. Und Europas Rechte müssen den Verlust ihres Vorbilds und politischen Bezugspunkts erst einmal wegstecken.

Für die AfD ist Orbans Wahlniederlage ein Schlag in die Magengrube. Parteichefin Weidel, die ein enges Verhältnis zu ihm pflegt und von ihm kurz vor der Bundestagswahl 2025 in Budapest fast wie ein Staatsgast empfangen worden war, suchte lange nach den richtigen Worten und schrieb schließlich erst am Nachmittag nach dem Wahltag bei X: „Herzlichen Glückwunsch an die Partei Tisza zum Wahlsieg in Ungarn. Vielen herzlichen Dank an Viktor Orbán. Die Leistungen für sein Heimatland und seine Verdienste um Europa bleiben uns Ansporn, weiter für einen Kontinent der souveränen Nationen einzutreten.“ Ein Bild mit Orban von Weidels Treffen in Budapest ziert weiterhin ihr Profil bei X.

Andere AfD-Politiker gaben ihrer Enttäuschung über das Ergebnis bei X Ausdruck. Benedikt Kaiser, rechter Vordenker im AfD-Umfeld, schrieb, auch in Deutschland werde eine in der polnischen Rechten populäre These relevanter: „Die freiwillige Selbstbindung an einen harten Trumpismus schadet der jeweils heimischen Rechten bei den Wählern kolossal.“

Für Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen ist Orbans Niederlage persönlich und strategisch enttäuschend. Seit Jahren haben Le Pen und Orban ein enges Verhältnis. Vor wenigen Wochen erst nannte sie ihn bei einer........

© Südkurier