Vertrauensstelle bei sexuellem Missbrauch will verhindern, dass Kinder zu Opfern werden
Manchmal trauen selbst erfahrene Beraterinnen ihren Ohren nicht: So zum Beispiel, als ihnen über ein Jugendlager berichtet wurde. Jeden Morgen hörten Kinder Musik mit hoch sexualisierten Texten. Wie kann denn so etwas passieren, in einer Zeit, in der jeder Verein und jede Institution Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt entwickeln soll? Die promovierte Diplompsychologin Katharina Rothermel vom Team der Vertrauensstelle bei sexuellem Missbrauch in Konstanz stellt fest: „Die Hürden liegen höher, doch das Problem besteht weiter.“
Vereine und Institutionen sind angehalten, sexueller Gewalt vorzubeugen und Richtlinien für ein wertschätzendes Verhalten aufzustellen. Erwachsene beschäftigen sich damit, aber auch Kinder. Schon im Kindergarten und in der Schule lernen sie, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, wenn ihnen Berührungen nicht gefallen. „Prävention führt dazu, dass sich Kinder eher anvertrauen und auf Menschen treffen, die zuhören“, sagt Rothermel.
Kinder sollten mit ihren Eltern über alles sprechen können
Manchmal ist dies aber nicht der Fall. Experten sagen, dass ein Kind im Schnitt fünf Anläufe unternehmen muss, bis es verstanden wird. Die Diplompsychologin ermuntert dazu, genau hinzuhören: „Vielleicht sagt das Kind, einer hat mich........
