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Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

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14.04.2026

14. April 2026 – 27. Nissan 5786

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Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

Man muss kein Historiker sein, um zu wissen, dass die Sklaverei eine tiefe, eiternde Wunde in der Geschichte der Menschheit ist. Als Juden, deren kollektives Gedächtnis mit der Erzählung von Knechtschaft und Befreiung beginnt, ist uns die Abscheu vor der Entmenschlichung des Einzelnen quasi in die DNA geschrieben.

Doch die jüngst von Ghana initiierte und von der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit breiter Mehrheit angenommene Resolution A/80/L.48 zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist kein Akt der Gerechtigkeit. Sie ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus.

Die selektive Brille der Vereinten Nationen

Die Resolution – wie so viele andere Entschließungen der UN auch – ist einseitig, weil sie den transatlantischen Sklavenhandel isoliert betrachtet und ausschließlich westliche Nationen brandmarkt. Den jahrhundertelangen innerafrikanischen Sklavenhandel und die massiven Sklavenmärkte der arabischen Welt verschweigt der Text geflissentlich.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Reparationen ausgerechnet von jenen gefordert werden, die – wie Großbritannien 1833 oder die USA nach einem blutigen Bürgerkrieg 1865 – die rechtliche Abschaffung dieser Abscheulichkeit erkämpft hatten, während man über jene schweigt, die bis heute Menschen wie Vieh halten.

Denn........

© Juedische Allgemeine