Sie nennen es jetzt einen Genozid
23. Juni 2026 – 8. Tamus 5786
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Sie nennen es jetzt einen Genozid
In Potsdam verschärfte Die Linke ihre Position zu Israel, betonte in ihren Beschlüssen aber auch den Schutz jüdischen Lebens. Kritiker werfen der Partei vor, nur Lippenbekenntnisse abzugeben
Kufiyas waren auf dem Parteitag der Linken in Potsdam am vergangenen Wochenende allgegenwärtig. Zahlreiche Delegierte waren in »Palästinenserschals« gehüllt zur Debatte über die Haltung ihrer Partei zum Nahostkonflikt erschienen. Mehrere Frauen traten mit Kufiya-Halstuch ans Rednerpult. Die Bundestagsabgeordnete Cansın Köktürk hatte sich gar ein weißes Oberteil mit Kufiya-Muster angezogen.
So bewies der Parteitag auch optisch, dass die »Palästina-Folklore« längst Teil der linken DNA geworden ist, wie es früher beispielsweise die Solidarität mit dem kommunistischen Kuba war. Vom Parteitag sollte ein Signal der Verurteilung Israels ausgesendet und Israels Krieg gegen die Hamas als Genozid gebrandmarkt werden.
Gleichzeitig wollte die Linken-Führung um den scheidenden Co-Vorsitzenden Jan van Aken mit aller Macht verhindern, dass das Thema die Partei erneut dem Vorwurf aussetzen würde, mit überzogener Kritik an Israel den Antisemitismus zu befördern und für Juden unwählbar zu sein.
Das gelang nur teilweise, denn im Vorfeld des Treffens waren zahlreiche Anträge zum Themenfeld Nahost eingegangen, die für eine radikalere, israelfeindliche Positionierung der Partei plädierten. Dabei hatte sich die Linke auf ihrem Parteitag in Halle 2024 des Themas bereits ausführlich angenommen. Doch seitdem hat sich das innerparteiliche Kräftegleichgewicht weiter zu Ungunsten der noch verbliebenen Israel-Freunde verschoben.
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Einige von ihnen, wie der frühere Berliner Kultursenator Klaus Lederer oder der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner, haben der Partei den Rücken gekehrt. Die meisten werden die Austritte verschmerzen können. Mit ihrem lautstarken Protest gegen den Gaza-Krieg und gegen die »Staatsräson« hat die Linke es nämlich vermocht, massiv Neumitglieder zu gewinnen. Seit 2024 hat sich die Zahl der Genossinnen und Genossen mehr als verdoppelt. Aktuell sind es 126.000, die Tendenz ist weiter ansteigend.
Schwerdtner gibt gleich zu Beginn der........
