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11.01.2026

Der 10. Dezember 2025 ist ein Datum, das viele Teenager wohl nicht so leicht vergessen werden. Denn an jenem Mittwoch trat ein Gesetz in Kraft, das es Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren verbietet, eigene Konten auf vielen großen Social-Media-Plattformen zu besitzen.

Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch sind für australische Teenies damit tabu. Man wolle die Kinder schützen. Vor Cybermobbing, vor körperlichen und psychischen Folgen, vor Sucht: Soziale Medien seien wie ein Suchtmittel, das »in den Gehirnen der Nutzer etwas auslöst, was sie immer weiter scrollen lässt – und natürlich betrifft das Erwachsene genauso«, sagte der australische Premier Anthony Albanese, der ergänzte: »Wir sind hier weltweit führend, aber die Welt wird Australien folgen.«

Und einige Länder tun genau das. Auch die französische Regierung will Online-Plattformen wie Instagram und TikTok ab Herbst 2026 für alle Jugendlichen unter 15 Jahren verbieten. Der deutsche Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zeigte sich ebenfalls offen für ein Social-Media-Verbot für Kinder: »Ich kann dem eine Menge abgewinnen. Ich halte die Frage nach einer Altersbeschränkung für mehr als berechtigt.« Und was sagen die Kinder, was ihre Eltern? Wir haben einige von ihnen gefragt.

Elisabeth (15), Münster
Ich nutze TikTok und Instagram täglich – und bin hin- und hergerissen, ob ich ein Verbot für unter 16-Jährige gut fände. Einerseits halte ich Plattformen wie TikTok, Snapchat oder Instagram für gefährlich. Andererseits könnte ein Verbot den Drang erhöhen, sie nun erst recht nutzen zu wollen. Dass jüngere Kinder geschützt werden sollen, finde ich richtig. Auf jeden Fall sollte mehr über die Gefährlichkeit sozialer Medien aufgeklärt werden. Kürzlich kursierte beispielsweise die Paracetamol-Challenge. Dabei schluckten Jugendliche bewusst so viele Paracetamol-Tabletten wie möglich und berichteten davon in den sozialen Medien. Es gibt SkinnyTok. Der Name ist Programm: Man erhält extreme Diät- und Abnehmtipps. Wer dem Schönheitsideal nicht entspricht, fühlt sich womöglich schlecht. Man kann ziemlich schnell in so eine Blase geraten. Gleichzeitig gibt es Creatorinnen und Creatoren, die aufklären, dass diese Videos........

© Juedische Allgemeine