Wenn Taten Segen bringen
Eines der emotionalsten und schönsten Lieder, die wir mit Kindern auf Machanot, unseren jüdischen Ferienlagern, singen, ist wohl »HaMalach HaGoel«. Der Text dieses Liedes stammt direkt aus der Tora, aus den Worten unseres Vorvaters Jakow im aktuellen Wochenabschnitt Wajechi: »Der Engel, der mich erlöst hat von allem Unheil, segne die Jungen, Efrajim und Menasche. In ihnen werde mein Name fortleben und der Name meiner Väter Awraham und Jizchak, und sie mögen sich mehren und zahlreich, wörtlich wie die Fische, werden auf Erden« (1. Buch Mose 48,16).
Dieser Vers stellt uns vor eine wichtige theologische Frage: Wie kann Jakow darum bitten, dass ein Engel seine Nachkommen segnen soll, wenn doch aller Segen von Haschem allein ausgeht? Dazu schreibt Rabbiner Samson Raphael Hirsch (1808–1888) in seinem Kommentar: »Es ist sehr schwer, in diesem Zusammenhang von einem Engel zu sprechen, dass er segnen solle, zumal unmittelbar zuvor (im Vers zuvor) G’tt genannt ist, in dessen Händen ja allein der Segen liegt.«
Die Antwort auf diese Frage kann uns etwas über die Natur der Engel lehren und darüber, was diese im Judentum sind. Wenn wir heute an Engel denken, sind wir stark von Bildern aus dem christlichen Mittelalter und von weihnachtlicher Symbolik beeinflusst. In der hebräischen Sprache jedoch bedeutet »Malach« (Plural: Malachim) einfach Gesandter oder Bote.
So sagt die Tora: »Jakow aber schickte Boten (hebräisch: Malachim) voraus zu seinem Bruder Esaw in das Land Se’ir. (…) Die Boten kamen zu Jakow zurück und sprachen: Wir sind zu deinem Bruder Esaw gekommen; er zieht dir auch schon entgegen mit 400 Mann.« Zwischen den Kommentatoren Raschi (1040–1105) und Ibn Esra........





















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