Wanderer zwischen Ostküste und Oregon
17. Juli 2026 – 3. Aw 5786
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Wanderer zwischen Ostküste und Oregon
Howard Rossbach ist eine feste Größe im Weinhandel, liebt Anekdoten und prophezeit seiner schwächelnden Branche trotz allem eine gute Zukunft
Es ist ein Dienstag Mitte März, die Weinmesse »ProWein« in Düsseldorf neigt sich ihrem Ende entgegen. Howard Rossbach steht am Stand des Oregon Wine Board und präsentiert Fachbesuchern seine Weine. Seit vielen Jahren kommt der Amerikaner auf die Fachmesse, obwohl er bislang keinen deutschen Importeur für seine Weine gefunden hat. Aber er führe dort gute Gespräche mit Händlern und Importeuren aus aller Welt, sagt er.
Seit einem halben Jahrhundert macht und verkauft Rossbach Wein. Reif für die Rente fühlt sich der 71-Jährige längst nicht. Zwar hat er sein Weingut »Firesteed« 2017 verkauft, aber einen 100 Hektar großen Weinberg namens »Erratic Oaks« behalten. Auch seine Premium-Linie »Citation« führt Rossbach selbst weiter, will aber auch jenes Publikum an Qualitätswein aus Oregon heranführen, das nicht das Budget für 40 Dollar teure Flaschen hat. Vor einem Jahr brachte er deshalb eine neue Linie namens »WillaJory« auf den Markt. Diese Weine sind nur halb so teuer und für gute Weine aus dem Nordwesten der USA durchaus preiswert.
Rossbach entstammt einer jüdischen Familie. Er wuchs in der Bronx in New York auf. Sein gleichnamiger Vater war Richter und ein Großonkel des New Yorker Gouverneurs und späteren Senators Herbert Lehman. Der wiederum war Sohn von Mayer Lehman (1830–1897), dem Mitbegründer der Investment-Bank Lehman Brothers. Mütterlicherseits war Rossbach mit dem Kongressabgeordneten Jonathan Bingham verwandt.
Kein gutes Wort für Trump
Das Interesse an der Politik war ihm also in die Wiege gelegt. Politischen Diskussionen geht er auch heute selten aus dem Weg. In Düsseldorf hat er eine Baseballmütze dabei, auf der Donald Trump mit einem Schimpfwort belegt wird. Über den aktuellen Präsidenten verliert Rossbach kein gutes Wort. Schon 2025 hatte er prophezeit: »Der Kerl wird mich eine Million Dollar Umsatz kosten.«
So kam es auch. Grund war die aggressive Zollpolitik des Präsidenten. »Wegen ihm sind wir vom kanadischen Markt ausgesperrt«, schimpft Rossbach. Fast alle Importeure in Kanada hätten US-Weine und Spirituosen aus Protest gegen Trumps Plan, sich ihr Land als 51. Bundesstaat einzuverleiben, ausgelistet. Daran werde sich auch so schnell nichts ändern. »Die Kanadier fühlen sich beleidigt – zu Recht. Was Trump ihnen angetan hat, ist eine Frechheit. Der Mann kennt keine Grenzen, er hat keine Scham.« Der Slogan der MAGA-Bewegung, »Make America great again«, sei ein Hohn, wettert Rossbach weiter. Eigentlich müsste die Abkürzung für »Make assholes go away« stehen, witzelt er. Trump und seine Leute seien Gauner.
Am ersten Tag, an dem er legal Wein trinken durfte, heuerte er bei einem Weinhändler an.
Am ersten........
