menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Schätze der Synagogalmusik

5 0
08.01.2026

Vor 40 Jahren hätte sich Raffaele Polani, Oberkantor aus Mannheim, nicht vorstellen können, wie viele Kantoren einmal in Deutschland amtieren würden. »Damals gab es nur wenige«, erinnert er sich. Die Kantoren fand man neben Israel eher in den USA. Grund dafür war, dass es damals weniger jüdische Gemeinden als heute gab. Der Israeli kam als Opernsänger nach Mainz, entschied sich aber, Kantor zu werden. »Ich hatte eine Familie und wollte nicht immer als Opernsänger in verschiedenen Städten auf der Bühne stehen, und die Liturgie zog mich an.«

Nun kann er sich gleich auf mehrere Ereignisse freuen: Die zweite bundesweite Konferenz des Verbandes jüdischer Kantoren findet vom 19. bis 22. Januar wieder in »seiner« Mannheimer Gemeinde statt. Und er selbst soll mit einer Uraufführung des israelischen Komponisten Ohad Stolarz für 40 Jahre Kantorentätigkeit gewürdigt werden. »Die Ehrung ist mir sehr, sehr wichtig, gleichzeitig freue ich mich, selbst singen zu können«, sagt der Oberkantor, der in diesen Tagen in Israel ist, aber rechtzeitig zum Konzert am 19. Januar zurück in Mannheim sein wird, bei dem die Kantoren mit Chor- und Orgelbegleitung das Beste der synagogalen Musik aus Deutschland und der Welt präsentieren. Es findet in der Jüdischen Gemeinde statt.

Bis heute amtiert Raffaele Polani regelmäßig mit Kantor Amnon Seelig, der gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes ist, bei den Gottesdiensten. Meist singen die beiden im Duett. »Das genieße ich sehr«, sagt Polani. Mehr als 30 Kantorinnen und Kantoren aus........

© Juedische Allgemeine