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Kraft für den Neuanfang?

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07.01.2026

In Jogginganzug, Badelatschen und einer überdimensionierten Schlafbrille wurde Nicolás Maduro nach seiner spektakulären Gefangennahme am 3. Januar der Weltöffentlichkeit präsentiert. US-Elitesoldaten hatten den seit 2013 amtierenden Herrscher Venezuelas in einer nächtlichen Aktion zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores verhaftet, ausgeflogen und in New York einem Bundesrichter vorgeführt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, Teil eines Drogenkartells gewesen zu sein, das im großen Stil Kokain in die USA geschmuggelt haben soll.

Dass hinter dem »Angriff, wie ihn die Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben«, so Donald Trump, auch handfeste wirtschaftliche Motive stecken, machte der US-Präsident am Montag bei einer Pressekonferenz deutlich. Amerikanische Konzerne könnten nun Milliarden von Dollar investieren, um die marode Ölförderung Venezuelas wieder auf Vordermann zu bringen. Venezuela hat zwar mit geschätzten 300 Milliarden Barrel die größten Erdölvorkommen weltweit. Doch seit Maduro-Vorgänger Hugo Chávez die Konzerne enteignet und die Ölindustrie verstaatlicht hatte, war die Fördermenge drastisch eingebrochen.

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Ob sich ohne »Regime Change« etwas zum Besseren wandeln wird, fragen sich nicht nur viele Venezolaner. Denn Trumps Ankündigung, die USA würden das Land vorerst selbst führen, wurde schnell wieder einkassiert. Washington will nun mit der neuen Präsidentin Delcy Rodríguez – Maduros bisheriger Stellvertreterin – zusammenarbeiten. Oppositionsführerin Maria Corina Machado, die Trump den von ihm ersehnten Friedensnobelpreis weggeschnappt hatte, fehle es am »Respekt« der Venezolaner. Sie komme daher als Regierungschefin nicht infrage, so Trump. Bei der Pressekonferenz schien es........

© Juedische Allgemeine