»Ich sehe keinen Gegensatz zwischen Toralernen und dem Militärdienst«
Vordergründig mag die Religion den aktuellen innerisraelischen Diskurs um den zurückliegenden Krieg wohl eher marginal beeinflussen. Aber schon auf einen zweiten Blick sind halachische Themen, die den Alltag vieler Menschen gegenwärtig bestimmen, durchaus relevant.
Allen voran jenes, wie verheiratete Frauen damit umgehen, wenn ihre Männer als Angehörige der israelischen Armee (IDF) in Gaza oder anderen Kampfgebieten vermisst werden. Sind sie in puncto Zivilstand nun Witwen, die sich gegebenenfalls wiederverheiraten können, oder »Agunot«, die noch an ihren möglicherweise lebenden Ehemann gebunden sind?
In diesem Zusammenhang stellt sich denn auch das Problem, ob und wann eine jüdische Person, deren sterblicher Überreste man nicht oder nur teilweise habhaft werden kann, für verstorben erklärt werden darf oder sogar muss. Es gibt also essenzielle Entscheidungen, bei denen die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, in der aktuellen Situation aufgerufen wird.
Aber auch mit vielen anderen Fragen der Religion im täglichen Leben, die nicht nur aktuelle kriegerische Auseinandersetzungen betreffen, befassen sich in Israel verschiedene Institutionen. Eine der bekanntesten ist das Eretz Chemdat Institute in Jerusalem. Es wurde 1987 gegründet und ist heute die führende religiös-zionistische Institution in Israel für die Ausbildung von rabbinischen Richtern (Dajanim).
An jenem traditionsreichen Institut arbeitet auch Rabbiner Ofer Livnat (47). Responsen zu den eben genannten Problemstellungen rund um den Gaza-Krieg bestimmen derzeit einen guten Teil seiner Arbeitswoche. Ein kürzlicher Besuch von Rabbiner Ofer Livnat und seiner Frau Naama in Basel auf Einladung der dortigen jüdischen Gemeinde gab die Gelegenheit, mit dem religiös-zionistischen Rabbiner über aktuelle Themen zu sprechen, nicht zuletzt auch über die Frage des Umgangs der Halacha mit Agunot in Kriegszeiten.
Rabbiner Livnat zeigt im Gespräch auf, dass die schwierige Frage der Frauen, deren Männer verschollen oder verschwunden sind, die Rabbiner seit biblischen Zeiten immer wieder stark beschäftigt hat. So ein Verschwinden........





















Toi Staff
Sabine Sterk
Penny S. Tee
Gideon Levy
Waka Ikeda
Tarik Cyril Amar
Mark Travers Ph.d
Grant Arthur Gochin
Chester H. Sunde