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Iran-Konflikt: Ein neuer US-Schlag wäre teuer, unnötig und kurzsichtig

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01.03.2026

Ein neuer US-Schlag gegen den Iran wäre kein Zeichen von Stärke. Er wäre ein Fehler, teuer und unnötig. Erstens militärisch: Bomben können Anlagen zerstören. Sie zerstören aber kein Wissen, kein Personal und keinen politischen Willen.

Schon der Schlag vom Juni 2025 hat das Grundproblem nicht beseitigt. Ein weiterer Angriff würde es erneut nur vertagen. Dafür wäre der Preis hoch: neue Risiken für US-Soldaten, neue Belastung für Material und Munition, neue Ziele für Vergeltung.

Zweitens politisch: Ein Schlag würde in Teheran die Hardliner stärken, auch wenn sie schwächer sind als vor einem Jahr. Jeder Rest von Gesprächsbereitschaft würde kleiner. Genau das Gegenteil dessen, was Washington offiziell erreichen will.

Drittens strategisch: Ein begrenzter Angriff bleibt selten begrenzt. Der Iran kann indirekt antworten: über Raketen, Partner, Angriffe auf Nachbarn, Schifffahrt und Energieinfrastruktur. Dann steht Amerika vor der nächsten Eskalationsstufe. Und wieder vor der Frage: noch mehr Bomben – oder ein Rückzug ohne Ergebnis?

Für Trump wäre das auch innenpolitisch gefährlich. Wenige Monate vor den Wahlen im Kongress verzeiht die amerikanische Öffentlichkeit keinen neuen Nahostkrieg ohne klares Ziel und ohne klares Ende. Das passt weder zu „America First“. Noch zu Trumps Versprechen, keine neuen Kriege zu eröffnen.

Fallen US-Soldaten, steigen Ölpreise, geraten Märkte unter Druck, wird aus außenpolitischer Härte schnell innenpolitische Schwäche. Wer führen will, muss jetzt Nerven zeigen. Ein überprüfbarer Kompromiss ist nicht weich. Er ist die einzige rationale Option. Zumal Trump bis heute eines schuldig bleibt: Was exakt soll ein Angriff auf den Iran bringen?


© IKZ