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Schmeckt die Pizza?

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Grüne und CDU : Schmeckt die Pizza?

Die Grünen laden die Chefin der Adenauerstiftung zu sich ein. Schwarz-grüner Frühling? Vielleicht ist es auch nur der Versuch, mit einem Keil den Spalt in der Koalition zu vertiefen.

Als sie noch CDU-Vorsitzende war, hat Annegret Kramp-Karrenbauer die Grünen scharf kritisiert. Bei vielen Vorhaben stehe die Ökopartei auf der Bremse, nur die Schuldenbremse wolle sie lockern. Rund sieben Jahre ist das her, die Grünen befanden sich damals mächtig im Aufwind und diskutierten miteinander, ob sie nun eine Volkspartei sein wollten. Die Union reagierte mit Abwehrreflexen.

In den letzten Wahlen wurden die Grünen zurechtgestutzt, von Volkspartei ist keine Rede mehr. Die Ausnahme ist Baden-Württemberg. Dort konnten sie sich als stärkste Kraft behaupten, angeführt von Cem Özdemir. Der gehörte einst, noch in Bonn, zur „Pizza-Connection“, in der schwarze und grüne Jungspunde miteinander anbandelten. Nach aller Voraussicht kann er drei Jahrzehnte später mit der CDU in Stuttgart regieren.

Kramp-Karrenbauer bei den Grünen - zu Gast

Jetzt haben die Grünen Kramp-Karrenbauer als Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einer Tagung ihrer Bundestagsfraktion eingeladen. Und Grüne schlagen im Wirtschaftsteil dieser Zeitung ein Rentenmodell vor, wie es sich die CDU kaum schöner malen könnte. Ein schwarz-grüner Frühling?

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Es mag sein, dass es so gemeint ist, schon um in den Spalt der Koalition einen weiteren Keil zu treiben. Aber die Union sollte, bei allem Verdruss mit der SPD, nicht vergessen, auf wen die meisten bürokratischen Hürden, welche die Wirtschaft derzeit so behindern, in erster Linie zurückgehen. Ganz abgesehen von den Mehrheitsverhältnissen.

Stephan LöwensteinVerantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart“.

Verantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart“.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Bündnis 90/Die Grünen


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