Trumps Drohung stürzt Khamenei in ein Dilemma
Irans Regime steht vor einem Problem. Schlägt es die Proteste nieder, ruft das Trump auf den Plan. Tut es das nicht, gehen noch mehr Menschen auf die Straße.
Der Oberste Führer Ali Khamenei sieht sich mit einer Lage konfrontiert, für die es in seinem Instrumentenkasten noch kein erprobtes Werkzeug gibt. Wie sehr er sich in die Enge getrieben fühlt, kann man daran ablesen, dass sein Militärapparat Amerika und Israel nun erstmals mit einem Präemptivschlag droht.
Die Frage ist, wen oder was ein möglicher amerikanischer Militärschlag überhaupt treffen sollte. Im Juni hatte Trump kurz mit dem Gedanken an einen Regimewechsel geflirtet und getönt, man wisse, wo Khamenei sich verstecke. Dessen Tod würde aber wohl nicht das Ende der Islamischen Republik bedeuten, auch da hilft ein Blick nach Venezuela.
Ohnehin gibt es im Innern des Machtapparats längst Vorbereitungen für eine Zeit nach Khamenei. Der Mann ist 86 Jahre alt. Die aktuelle Krise könnte diesen Prozess beschleunigen. Der iranische Ökonom Saeed Laylaz hat die These aufgestellt, dass mit Zustimmung Khameneis ein neuer Führer installiert werden könnte. Unmöglich erscheint das nicht.
Gut denkbar, dass ein Nachfolger Khameneis zu Zugeständnissen an die Vereinigten Staaten bereit wäre,........
